Elektroauto

Honda "e" - Moderne trifft Nostalgie

7. Juni 2019, 16:31 Uhr
Lars Wallerang 5
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mid Köln - Die Karosserie des neuen Honda "e" erinnert an den alten Civic von 1972. Honda
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Honda baut einen Elektro-Stadtflitzer. Es ist der erste Stromer der Japaner für den europäischen Markt. In Japan und den USA gibt es zwar schon elektrifizierte Fahrzeuge - allerdings in nur geringer Stückzahl.


Honda baut einen Elektro-Stadtflitzer. Es ist der erste Stromer der Japaner für den europäischen Markt. In Japan und den USA gibt es zwar schon elektrifizierte Fahrzeuge - allerdings in nur geringer Stückzahl. Nach Vorstellungen in Tokio und Genf war nun Deutschland-Premiere in Köln. Für großes Publikum debütiert der Honda "e" im September 2019 auf der IAA in Frankfurt am Main. Bestellen kann man ihn bereits, die Auslieferung ist aber erst für Frühjahr 2020 geplant.

Der Neuling wirkt modern und klassisch zugleich: Denn das Design ist inspiriert vom ganz alten Honda Civic, der 1972 erstmals das Licht der Welt erblickte und eine gewisse Ähnlichkeit mit dem VW Golf der 1. Gerneration aufweist. Dadurch entsteht eine hübsche Mischung aus Retro und Hightech wie bei einigen modernen Musikanlagen, die trotz aller Digital-Technik aussehen wie historische Radios.

Die klassische C-Säule und Rundscheinwerfer sollen ein sympathisches Erscheinungsbild ergeben, sagt Dipl-Ing. Kotaro Yamamoto, Sprecher für den Bereich Technik bei Honda Europa. "Simpel, kein Schnickschnack, keine Ecken und Kanten" - so umreißt Yamamoto das Karosserie-Design. Besonders cool wirkt das von selbst leuchtende weiße Honda-"H" in der Mitte der Frontpartie. Es soll aber noch nicht ganz klar sein, ob dieses hübsche Detail im hiesigen Straßenverkehr zulässig ist.

Den Innenraum des Fahrzeugs prägt eine Mischung aus Futurismus und Wohnlichkeit: Stoffe im sogenannten "Melange-Stil" und weitere Materialien, die man aus modernen Wohnbereichen kennt, verleihen dem Innenraum den Charakter einer Lounge. Ein durchgängiger flacher Boden zwischen Front- und Heckbereich sorgt zudem für ein relativ großzügiges Raumgefühl gemessen an der geringen Größe des Fahrzeugs.

Den Fahrzeuginsassen stehen mit dem intuitiv bedienbaren und individuell anpassbaren Dual-Screen-Display eine Reihe vernetzter Anwendungen zur Verfügung. In der Bedienschnittstelle spiegelt sich auch der Stellenwert des "e Prototype" wider, der kein reines Fortbewegungsmittel ist, sondern vollständig integrierter Bestandteil des modernen Alltagslebens. Neue digitale Hilfsfunktionen sollen für hohen Komfort und eine problemlose Menü-Navigation sorgen.

Die vom Kamerasystem übermittelten Bilder werden auf Monitoren gezeigt, die an den beiden Enden der Armaturentafel integriert sind. Zusätzlich erweitert eine digitale Rückfahrkamera das Sichtfeld des Fahrers.

Der "e" ist das erste Kompaktfahrzeug von Honda, das auf einer speziellen Elektrofahrzeug-Plattform basiert, die insbesondere für das urbane Umfeld geeignet ist. Der Honda "e Prototype" bietet eine Reichweite von über 200 Kilometern und besitzt eine Schnellladefunktion, durch die der Akku innerhalb von 30 Minuten zu 80 Prozent aufgeladen wird. "In der Stadt macht ein E-Auto am meisten Sinn", erläutert Yamamoto das Konzept.

Unterdessen sind viele technische Funktionen im schwarzen Bereich der Karosserie versteckt. Die Radarlinie an der Front ist schwarz und unauffällig. Etwas deutlicher sichtbar - zumal bei heller Wagenfarbe - ist die schwarze Ladeklappe in der Fronthaube, unter der sich der Ladetsecker verbirgt. Die dortige Positionierung der Lade-Vorrichtung dient der Ergonomie, durch die das Laden leichter wird.

Zu den Feinheiten gehört auch der Ersatz der Außenspiegel durch Kamera-Monitor-Systeme - gut für die Aurodynamik, die sich um bis zu 90 Prozent verbessern soll. Auch der tote Winkel soll mit dieser Technik deutlich minimiert werden.

Derweil ist der Honda "e" kein Reisewagen und soll es auch nicht sein. Auch für den Transport großer Gegenstände eignet sich der kleine Stromer nicht. "Er ist nicht das perfekte Auto um bei Ikea einkaufen zu gehen", räumt Yamamoto ein. Doch besitze das Modell hervorragende Fahreigenschaften - unter anderem durch den Heckantrieb und Heckmotor, der einen kleinen Wendekreis ermöglicht, und den niedrigen Schwerpunkt, der vor allem wärend Kurvenfahrten von Vorteil ist.

Ganz preiswert soll der City-Stromer allerdings nicht werden. Unter 30.000 Euro werde der Honda "e" wohl nicht erhältlich sein, sagt Yamamoto. Doch sei man zuversichtlich, eine trendbewusste Zielgruppe zu erreichen. Und das wäre auch nicht schlecht. Denn bis 2025 will Honda alle Modelle des Hauses mit einem alternativen Antrieb anbieten.

Lars Wallerang / mid

Der Artikel "Honda "e" - Moderne trifft Nostalgie" wurde am 07.06.2019 in der Kategorie Neuheiten von Lars Wallerang mit den Stichwörtern Elektroauto, Neuheit, Design, Vorstellung, veröffentlicht.

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