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Wie ein Auto als Kreditsicherheit dienen kann

5. Juni 2019
Redaktion
Wie ein Auto als Kreditsicherheit dienen kann
@ JillWellington (CC0-Lizenz)/ pixabay.com
Ein Auto gehört generell zum Vermögen des jeweiligen Eigentümers. In dieser Beziehung ist es nichts anderes, als das Eigenheim, die Meißner-Geschirr-Sammlung oder auch die große Briefmarkensammlung. Somit ist das Auto auch verpfändbar, wobei Pfändungen durch Dritte in dieses bewegliche Vermögen unter ganz besonderen Voraussetzungen stehen.

Das eigene Auto kann als Pfandmittel gezielt eingesetzt und als Sicherheit für einen Kredit hinterlegt werden. Das ist vergleichbar mit der auf der Hypothek, die auf das Eigenheim eingetragen wird. Welche Optionen das eigene Fahrzeug rund um die Sicherheitsleistung und freiwilliger Pfändbarkeit bietet, erklärt dieser Artikel.

Das Auto als Pfand bei der Autofinanzierung
Viele Menschen haben diese Art der Pfandleistung bereits genutzt. Gerade bei der Autofinanzierung über die Bank des Autohauses ist es ein gängiges Sicherungsmodell, dass der Fahrzeugbrief solange im Besitz der Bank verbleibt, bis die letzte Kreditrate abbezahlt ist.

Dieses Modell ist durchaus mit dem Ratenkauf eines Smartphones vergleichbar. Auch hier erhält der Käufer das Gerät sofort und kann es nutzen, es verbleibt jedoch im Eigentum des Verkäufers, bis alle Raten bezahlt wurden. Bei einem Kfz handelt es sich freilich um eine wesentlich größere Sicherungsleistung, die einen für die Bank sinnvolleren und nutzbaren Wert hat. Kommt der Autokäufer seinen Pflichten nicht mehr nach, kann das Auto direkt gepfändet und somit versteigert werden. Aber auch diese Option bedeutet nicht, dass der Käufer nach einer möglichen Pfändung frei von seinen Pflichten ist. Da das Fahrzeug meist einen Wertverlust hat und der Erlös plus die bereits gezahlten Raten unterhalb der eigentlichen Kreditsumme liegt, muss der Käufer die Differenz weiterhin aufbringen.

Auch über normale Banken oder bei einem Online-Kredit funktioniert diese Art der Sicherheitsleistung. Gemeinsam haben alle Möglichkeiten, dass das Fahrzeug vollkaskoversichert werden muss. Das ist keine Gängelung des Kunden, sondern eine zusätzliche Sicherheit für ihn. Kommt es zu einem verschuldeten Totalschaden, erhält er von der Versicherung wenigstens einen guten Teil des Fahrzeugwertes zurück und kann diese Summe wieder in die Finanzierung des neuen Wagens oder aber in die Ablösung des Kredits investieren. Ohne Vollkaskoschutz müssten Käufer doppelte Kosten auf sich nehmen.

Pfandkredit aufnehmen – so geht’s
Eine andere Variante, die das Auto als Sicherheit oder Pfand miteinschließt, ist das Pfandhaus. Natürlich handelt es sich hierbei selten um die typischen Pfandhäuser in den Innenstädten, sondern eher um spezielle Autopfandhäuser. Das Prinzip ist dennoch dasselbe.

Das Auto wird dem Pfandhaus gegeben und erhält einen gewissen, dem möglichen Verpfändungspreis angelehnten Pfandkredit. Das Pfandhaus lagert das Fahrzeug wahlweise auf dem eigenen Gelände oder in angemieteten Hallen für eine bestimmte Zeitspanne ein. Während dieser Frist kann der Autobesitzer den Wagen wieder auslösen, indem er das Geld zurückbezahlt und die Standgebühren trägt. Je nach Pfandhaus sind dies drei bis sechs Monate. Wer innerhalb dieser Zeit das Auto nicht auslöst, verliert das Gefährt, da es nun zur Versteigerung freigegeben wird.

Viele Pfandhäuser klären aber selbst nach dem Fristablauf noch mit Pfandgebern ab, ob es nun wirklich zu einer Versteigerung kommt. Wichtig ist, dass sich diese Lösung überwiegend dann eignet, wenn es sich um kurzfristige finanzielle Schwierigkeiten handelt, deren Ende schon in Sicht ist. Gerade diejenigen, die auf das Auto dauerhaft angewiesen sind, sollten möglichst nach einer anderen Lösung suchen, denn ist kein Geld zum Auslösen da, ist es rechtmäßig, dass das Fahrzeug versteigert wird.

Innovative Lösungen
Mittlerweile gibt es immer mehr Optionen, die das Auto als Sicherheit für einen Kredit nutzen und es als Pfand betrachten. Bei diesen Pfandlösungen steht jedoch der Wert des Autos im Vordergrund. Meistens werden nur moderne Pkw, Oldtimer, besondere Modelle oder auch Sportwagen anerkannt. Der alte, längst von der Zeit überholte Corsa wird selten als Pfand anerkannt, da er einen zu geringen Versteigerungswert hat und somit niemals eine Kreditsumme decken könnte. Wobei es auch hier Modelle mit Minikrediten gibt, die sich speziell an Autobesitzer mit älteren und wertarmen Fahrzeugen richten.

Generell gibt es bei diesen Pfandoptionen zwei Möglichkeiten. Bei der klassischen Variante verbleibt das Auto auf dem Hof oder in einem Lagerraum des Kreditgebers, bei der Cash&Drive Variante gibt es weitere Vorteile: Pfando hilft Autofahrern dabei, den Wagen auch nach der Auszahlung weiter zu nutzen. So erhalten Kunden innerhalb von 60 Minuten die Auszahlung und können das Auto dennoch weiterfahren. Um das Angebot in Anspruch zu nehmen, müssen Kunden eine der über 20 Filialen des Anbieters aufsuchen, damit das Auto dort kurz besichtigt und bewertet werden kann. Der Fahrzeugwert entscheidet dann darüber wieviel Geld ausgezahlt werden kann.
Diese Modelle bieten auch kurze Laufzeiten und sind schufafrei und unabhängig der aktuellen finanziellen Situation nutzbar.

Aber auch hier gilt: Sollte der Kunde den vertraglich geregelten Zahlungen nachkommen, wird der Wagen versteigert. Dabei spielt es keine Rolle, ob das Auto auf dem Hof des Pfandleihers verbleibt oder weiterhin gefahren wird. Durch die Hinterlegung des Fahrzeugbriefes hat das Pfandunternehmen bei Nichtzahlung die Möglichkeit, das Fahrzeug nach der vereinbarten Zeitspanne zu versteigern.

Fazit - Auto als Wert, nicht als Gut
Das eigene Auto ist ein Wertgegenstand, das durchaus als Sicherheitsleistung für einen Kredit eingesetzt werden kann. Längst gibt es verschiedene Modelle auch abseits des Autokredits, die Kraftfahrzeuge als Sicherheit und Pfand nutzen. Interessenten sollten jedoch immer bedenken, dass ein eingesetztes Pfand auch verwendet wird, wenn die eigenen Verpflichtungen nicht erfüllt werden. Wer sein Auto für einen Kredit nutzt, beim Pfandhaus verpfändet oder auch bei einem speziellen Angebot als Pfand hinterlegt, muss immer sicherstellen, die geliehene oder erhaltene Summe innerhalb der vereinbarten Zeit zurückzuzahlen. Geschieht dies nicht, wird das Auto zu dem, als dass es für den Kredit genutzt wurde: Pfand. Und dieser wird letztendlich verpfändet.

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