Fahrbericht

Volvo XC60 T8: Das Doppelherz-SUV

2. Mai 2019, 10:25 Uhr
Jutta Bernhard 5
5Volvo XC60 T8: Das Doppelherz-SUV
mid Groß-Gerau - Der Volvo XC60 tritt erfolgreich in der umkämpften Klasse der Premium-Mittelklasse-SUV an. Volvo
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Der Volvo XC60 ist eine rollende Bestätigung dafür, dass eine Nummer kleiner eine ausgezeichnete Entscheidung sein kann. Denn auch wenn er nicht ganz an das Platzangebot seines großen Bruders XC90 heranreicht: Mehr als nur ausreichend luftig geht es auch in ihm zu - und beim Antrieb, dem Komfort und der Sicherheit liegen die beiden gleichauf - auch beim Plug-in-Modell T8 Twin Engine.

Der Volvo XC60 ist eine rollende Bestätigung dafür, dass eine Nummer kleiner eine ausgezeichnete Entscheidung sein kann. Denn auch wenn er nicht ganz an das Platzangebot seines großen Bruders XC90 heranreicht: Mehr als nur ausreichend luftig geht es auch in ihm zu - und beim Antrieb, dem Komfort und der Sicherheit liegen die beiden gleichauf - auch beim Plug-in-Modell T8 Twin Engine.

Wer den Volvo XC60 wählt, kauft das komplette Volvo-Wohlfühl-Paket in kompakterer Form. Platzmangel ist auch in der zweiten Generation des Erfolgsmodells kein Thema. Dank der Plattform, die auf maximale Raumausnutzung, hohe Stabilität und auf den Einbau der Zutaten für einen Plug-in-Hybrid-Antrieb ausgelegt ist - doch dazu später.

Die Hülle des XC60 ist eine appetitliche Interpretation des aktuellen und extrem erfolgreichen Volvo-Designs mit einem Hauch mehr Dynamik und Sportlichkeit: Klare Formen, gestochen scharfe Linien, hoher Wiedererkennungswert dank "Thors Hammer", dem Tagfahrlicht - alles zusammen ergibt ein stimmiges Bild.

Das liefert auch der Rest des 4,69 Meter langen XC60 - zum Vergleich: Der 90er ist 4,95 Meter lang. Das Interieur trägt ebenfalls den nicht nur beim Wohndesign angesagten, typisch skandinavisch-minimalistischen Look, ohne dabei zu kühl rüberzukommen. Das ist auch ein Verdienst der feinen Materialien - und des hochkant stehenden, großen Displays in der Mitte des Armaturenbretts, über das die meisten Funktionen gesteuert werden können. Nicht immer ganz so einfach, wie man sich das so wünschen würde. Wer während der Bedienung nicht zur rollenden Gefahr werden will, sollte vorher ein ausgiebiges Trockentraining einlegen. Aber das gilt ja heute für viele Autos.

Auch immer wieder ein Vergnügen im Mittelklasse-SUV: Wer sich für die passende Ausstattungsversion entscheidet und auch in der Liste der aufpreispflichtigen Extras wildert, findet vier heizbare und vorne belüftbare Sitze vor, in Reihe eins inklusive erholsamer Massage. Die Ohren erfreuen sich am glasklaren Sound aus der Bowers & Wilkins-Anlage. Und die einstellbare Abstimmung von Motor, Getriebe und Fahrwerk sorgt dafür, dass sich die Passagiere das zum jeweiligen Anlass passende Setting aussuchen können.

Das Thema Sicherheit gehen die Schweden auch beim XC60 erwartungsgemäß umfassend an. Sein City Safety System vermeidet nicht nur Kollisionen mit Autos, Fahrrädern oder Fußgängern durch eine automatische Notbremsung. Es offeriert auch eine Lenkunterstützung. Die wird aktiv, wenn eine Vollbremsung den Unfall nicht verhindern kann und der Fahrer versucht, dem Hindernis auszuweichen. Nach dieser Lenkbewegung stabilisiert das System den Allradler durch gezieltes Abbremsen einzelner Räder. Die Gefahr, beim abrupten Ausweichen die Kontrolle über das Fahrzeug zu verlieren, sinkt so deutlich.

So ziemlich alles, was bei Volvo im Bereich Assistenzsysteme zu haben ist, ist auch für den XC60 im Angebot. So kann er beispielsweise kleinere Strecken selbsttätig fahren und übernimmt im Stop-and-Go das Bremsen und Gasgeben. Das Kofferraumvolumen liegt mit 505 bis 1.432 Liter nur auf mittlerem Niveau - ein Tribut an den Hybridantrieb. Aber fürs Alltags- und Freizeitleben reicht es dicke aus.

Aber genug an Vorspiel, jetzt wird's ernst. Wir fahren, und zwar teilelektrisch. Möglich macht das die Kombination aus dem per Turbolader und Kompressor auf 303 PS Spitzenleistung gepushten Zweiliter-Benziner und einem 87 PS liefernden E-Motor. Ein feines Gespann, vor allem, wenn man es nicht nur nachhaltig, sondern auch sportlich mag - und dank der Fahrmodi Pure, Hybrid und Power, dank des variablen Allradantriebs und der feinen Achtgang-Automatik auch alle Möglichkeiten dazwischen.

Im Extremfall beschleunigt der 2,2-Tonner in nur 5,5 Sekunden auf 100 Sachen und gibt erst bei 230 km/h auf. Dann bedient sich der partikelgefilterte Ottomotor aber recht kräftig aus dem 70 Liter fassenden Tank. Das andere Extrem: Wir säuseln fast lautlos im Strom-Modus durch die Landschaft, der E-Motor bedient sich am 10,0 kWh fassenden Akku und bringt den XC60 bei sanft gestreicheltem Gaspedal bis auf 125 km/h. In Kombination mit dem serienmäßigen Luftfahrwerk ist das eine sehr feine Sache.

Bis zu 43 Kilometer E-Fahren verspricht Volvo für den Pure-Modus. Doch das ist nur mit sehr viel gutem Willen zu schaffen. Nach dem Erfahrungen beim Test sind bei beherzterer Nutzung des E-Motors eher 20 bis 25 Kilometer realistisch. Oder die zusätzliche Kraft wird als Spaß- und Sicherheitsfaktor bei flotten Sprints und verkürzten Überholmanövern genutzt. Und eine Portion Disziplin ist auch gefordert: Die nämlich, das Plug-in-SUV auch wirklich bei jeder sich bietenden Gelegenheit ans Stromnetz anzuschließen. Man könnte ja auch drauf verzichten, der XC60 fährt auch nur mit Sprit sehr ordentlich. Aber dann wird die teure und schwere Hybrid-Technik nur sinnlos durch die Gegend chauffiert.

Und die Verbrauchswerte klettern in die Höhe. Je nach Bereifung liegt der Normwert zwischen 2,1 und 2,6 Liter Super und 16,0 bis 15,1 kWh/100 km. Dahinter steckt ein komplizierter, aber wenig alltagstauglicher Logarithmus mit einer unrealistisch hohen Bewertung der Fahrten mit Strom. Im Alltag kommt man mit 7,5 Liter Super schon gut zurecht, der Stomverbrauch schwankt um die 20 bis 22 kWh. Und noch eine Zahl: 74.700 Euro kostet der T8 mindestens - und diese Summe lässt sich durch eine Vielzahl feiner Pakete und sonstiger Extras noch sehr deutlich steigern.

Fazit: Der XC60 T8 Twin Engine ist ein schickes, geräumiges und bestens verarbeitetes SUV, das dank des Hybridantriebs auch sehr sparsam unterwegs sein kann. Reizvoller ist es aber, den E-Motor als Spaß-Booster für rasante Spurts einzusetzen. Auch wenn das nicht unbedingt recurcenschonend ist.

Jutta Bernhard / mid

Technische Daten Volvo XC60 T8 Twin Engine:

Fünftüriges, fünfsitziges Mittelklasse-SUV, Länge/Breite (mit Außenspiegeln)/Höhe/Radstand in Millimeter: 4.688 /2.117 /1.658/2.865, Leergewicht: 2.223 kg, Zuladung: 437 kg, Anhängelast gebremst/ungebremst: 2.100 / 750 kg, Kofferraumvolumen: 505 bis 1.432 l, Preis: ab 74.700 Euro.

Verbrenner-Antrieb: Vierzylinder-Benziner mit Turbolader und Kompressor, Hubraum: 1996 ccm, Leistung: 223 kW/303 PS bei 6.000 U/min, max. Drehmoment: 400 Nm bei 2.200 - 4.800 U/min.

Elektro-Antrieb: Hinterachs-Elektromotor, Leistung: 65 kW/87 PS, max. Drehmoment: 240 Nm, max. Systemleistung: 288 kW/390 PS bei 4.200 U/min, Akku-Kapazität: 10,4 kWh, 0 - 100 km/h: 5,3 Sekunden, Höchstgeschwindigkeit: 230 km/h, Höchstgeschwindigkeit elektrisch: 125 km/h, 8-Gang-Automatik, Allradrad-Antrieb, NEFZ-Verbrauch: 2,4 l/100 km, NEFZ-Stromverbrauch 16,6 kWh/100, CO2-Ausstoß: 55 g/km, Abgasnorm: Euro 6d-Temp.

Der Artikel "Volvo XC60 T8: Das Doppelherz-SUV" wurde am 02.05.2019 in der Kategorie Fahrbericht von Jutta Bernhard mit den Stichwörtern Fahrbericht, Praxistest, Oberklasse, Importeur, Hybrid-Fahrzeug, Test-Bericht, Pressevorstellung, Test, Bericht, Kurztest, Vorstellung veröffentlicht.

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