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Fahren im isländischen Hochland: Das erwartet Reisende

19. März 2019
Redaktion
Fahren im isländischen Hochland: Das erwartet Reisende
@ Pexels (CC0-Lizenz)/ pixabay.com
Eine Islandreise führt Urlauber in abenteuerliche Regionen. Skurrile Felsformationen, Gletscher, Wasserfälle und dampfende Quellen locken Touristen an, die sich ursprüngliche Erlebnisse wünschen.

Mit dem Auto lässt sich Island gut erkunden. Wer jedoch nicht nur die Ringstraße, sondern auch das Hochland erleben will, sollte gut vorbereitet sein.

Den eigenen Wagen mitnehmen?
 
Um im isländischen Hochland zu fahren, ist ein Gefährt mit Allradantrieb unverzichtbar. Das liegt daran, dass die sogenannten F-Straßen aus Sicherheitsgründen nur mit Allradfahrzeugen befahren werden dürfen. Wer ein solches besitzt, kann es theoretisch mit auf die Insel nehmen. Das geht einerseits per Fährverbindung, andererseits mittels der Verschiffung in einem Container. Beides bringt allerdings einen gewissen Aufwand mit sich und ist vergleichsweise teuer.

Viele Urlauber entscheiden sich folglich dafür, einen 4x4 Geländewagen in Island zu mieten. Der Vorteil liegt darin, dass die Anreise deutlich zügiger vonstatten geht als mit der Fähre und der Aufwand der Container-Verschiffung entfällt. Auch wissen Vermietungen gut über die gesetzlichen Voraussetzungen im Land Bescheid und statten ihre PKWs entsprechend aus. So gibt es während der Zeit vom 1. November bis 15. April beispielsweise eine gesetzliche Verpflichtung für Winterreifen. Dinge wie Warnwesten, Verbandskasten sowie Warndreieck gehören zwar nicht zum Pflichtinventar, es kann aber natürlich nie schaden diese mit an Bord zu haben. Dasselbe gilt für einen Feuerlöscher.

Wer in Island mit dem Auto unterwegs sein will, muss keinen zusätzlichen Führerschein beantragen. Wie das Auswärtige Amt in seinen Reisehinweisen berichtet, ist der deutsche Führerschein vollkommen ausreichend.

Hochlandstraßen befahren: Nur mit 4x4
 
Auf dem Weg in das isländische Hochland nutzen Touristen Straßen mit F-Kennzeichnung. Sie sind anders als die Ringstraße nicht befestigt und setzen ein gewisses Können hinter dem Steuer voraus. Wenngleich es für die gewöhnlich zwischen Juni und September geöffneten F-Straßen in diesen Monaten eine Wartung gibt, sollten Reisende keine leicht zu befahrenden Routen erwarten.

Besonders beliebt bei Urlaubern sind unter anderem:

- Kaldidalur
- Sprengisandsleið
- Kjölur

Da das Fahren auf diesen Routen nicht immer risikofrei ist, behalten sich Vermietungen vor, einige Strecken zu verbieten. Deshalb lohnt es sich, bei der Abholung des Mietwagens nach solchen Einschränkungen zu fragen.

Nicht an allen Stellen ist es leicht, den tatsächlichen Weg zu erkennen. Da Offroad-Fahren in Island jedoch strengstens untersagt ist, sollten sich Urlauber hier besonders gut konzentrieren. Häufig kennzeichnen Steine oder Stöcke die richtige Route, ein GPS-Gerät aber empfiehlt sich, um auch an gänzlich unmarkierten Stellen den Überblick zu behalten.

Kommunikation und Sicherheit: Funklöcher sind möglich

Eine Tour durch das Hochland bedeutet Abgeschiedenheit. Dabei werden oft menschenleere Regionen durchquert, was zügige Hilfe im Notfall schwierig macht. Aus diesem Grund ist es ratsam, die persönliche Planung bei Safetravel zu hinterlegen. Bei Unregelmäßigkeiten kann dadurch sofort Unterstützung geschickt werden. Abgesehen davon lohnt es sich, bei der isländischen Straßenmeisterei nachzufragen, ob es derzeit irgendwelche Probleme oder Gefahrenmeldungen gibt. Vorab können Informationen dazu auch auf road.is eingeholt werden.

Die Kommunikation im Hochland ist nicht einfach, da die Netzabdeckung vor Ort nicht an allen Stellen gewährleistet werden kann. Gerade Alleinreisende sollten deswegen nicht nur ein Smartphone bei sich tragen, sondern sich ein Satellitentelefon mieten, mit dem selbst in Funklöchern ein Notruf abgesetzt werden kann.

Tankstellen bieten die Gelegenheit, Kontakt zu anderen Menschen aufzunehmen. Wer aber glaubt, im isländischen Hochland vielerorts Sprit kaufen zu können, der irrt. Oft liegen viele Kilometer zwischen den Tankstellen, sodass manch unvorbereiteter Tourist ohne Treibstoff strandet. Sobald sich während der Reise eine Zapfsäule zeigt, sollte daher vollgetankt werden.

Straßenschilder: Bloß nicht ignorieren
 
Sollten sich entlang der Route spezielle Gefahren zeigen, weisen an manchen Stellen Schilder darauf hin. Das gilt beispielsweise für

- zu durchquerende Flüsse,
- schlechte Straßenzustände,
- einspurige Brücken,
- besondere Hindernisse
- und Bergkuppen mit eingeschränkter Sicht.

Einige Schilder und weitere Informationen rund um sicheres Fahren im Islaendischen Hochland finden sich hier.

Tierwelt: Vorsicht Schafe!
 
Im isländischen Hochland leben zahlreiche Schafe. Manchmal weisen Schilder oder verschlossene Gatter auf eine baldige Begegnung mit ihnen hin. Die Gatter dürfen für die Durchfahrt zwar geöffnet, müssen allerdings sofort wieder verschlossen werden. Selbst wenn sich keine Hinweise auf Schafe zeigen, könnten die Tiere dennoch ganz nah sein. Ist das der Fall, gilt es, langsam zu fahren und den Vierbeinern Vorrang zu gewähren.

Wellblechpisten: Ruckelige Abschnitte sind üblich
 
Unbefestigte Straßen im Hochland stellen nicht nur Fahrer vor große Herausforderungen, sondern auch das Auto. Unsicherheiten verursachen schnell Beschädigungen, die sich am Straßenrand nicht beheben lassen. Wer den Wagen schonen und die Streckenabschnitte sicher hinter sich lassen möchte, sollte sich auf Wellblechpisten langsam fortbewegen. Zusätzlich ist es ratsam, den Reifendruck vor dem Befahren zu verringern, da dies die Stöße abmildert. Ohne Kompressor im Kofferraum empfiehlt sich das aber nicht.

Flüsse und Brücken: Furten nur mit geeignetem Fahrzeug
 
Islands Natur lebt vom Wasser, das auch das Hochland an vielen Stellen durchquert. Brücken finden sich hingegen kaum. Sind sie doch einmal vorhanden, sollten sie vorsichtig befahren werden. Fehlt eine Brücke, wird es spannend: nur mit einem dafür geeigneten Fahrzeug kann ein Fluss dann gefurtet werden. Hier zeigt sich, wie wichtig das vorherige Einholen von Informationen zur aktuellen Lage ist, denn manche Flüsse können zeitweilig hohe Wasserpegel aufweisen, was eine Durchquerung unmöglich macht.

Der Artikel "Fahren im isländischen Hochland: Das erwartet Reisende" wurde am 19.03.2019 in der Kategorie Reise von Redaktion mit den Stichwörtern Fahren im isländischen Hochland: Das erwartet Reisende, Reise-Tipp, Caravan, Wohnwagen, Wohnmobil, Camper, Bahn veröffentlicht.

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