Ratgeber

Was sind Warnwesten und warum werden sie benötigt?

2. März 2019
Redaktion
Was sind Warnwesten und warum werden sie benötigt?
Bild: ADAC
Warnwesten werden in den verschiedensten Bereichen benötigt und verwendet. Sei es im Bereich von Baustellen, auf dem Gelände von Flughäfen oder Hafenanlagen, bei der Jagd oder bei der Einweisung von Maschinen, wie sie zum Beispiel in der Land- und Forstwirtschaft eingesetzt werden. Und zu guter Letzt sollte auch in jedem KFZ mindestens eine Sicherheitsweste vorhanden sein.

Eine Warnweste soll vor allem eines bewirken. Eine bessere Erkennbarkeit. Dies wird mithilfe von zwei Komponenten erreicht. Bei Tageslicht verstärkt die Leuchtmittelfarbe das Sonnenlicht. Gerade bei Dämmerung oder bei schlechtem Wetter ist dieser Effekt besonders stark zu beobachten. Bei Dunkelheit wiederrum sorgen die angebrachten Reflektoren für Aufmerksamkeit. Seit Juni 2013 existieren die Normen EN ISO 20471 und EN 1150. Diese schreiben unter anderem vor, wie und in welcher Größe Reflexstreifen vorhanden sein müssen. Nachzulesen ist dies auf den Fachseiten von Arbeitsschutz Sigel. Während die Voraussetzungen der EN 1150 vor allem im privaten Gebrauch gelten, müssen im gewerblichen Bereich Warnwesten den Standard EN ISO 20471 erfüllen.


Welche Warnweste ist die Richtige für mich?

Zuallererst sollte vor der Anschaffung einer Warnweste geklärt sein, für welchen Bereich die Sicherheitsweste benötigt wird. Denn die oben genannte Norm unterteilt sich in drei Klassen. Dabei ist Klasse 3 die höchste und Klasse 1 die niedrigste Sicherheitsstufe. Die Einstufung hängt von Fläche der Reflexstreifen und des fluoreszierenden Materials ab. Beim Kauf sollte darauf geachtet werden, dass die Weste den International erkannten Standard nach EN ISO 20471 erfüllt. Dann kann man sich auch sicher sein, dass die Warnweste neben den Anforderungen zur besseren Erkennbarkeit auch eine gute Haltbarkeit und Reißfestigkeit besitzt.


Warnwesten im KFZ

Seit dem 1. Juli 2014 muss in allen Kraftwagen, die am öffentlichen Straßenverkehr teilnehmen, mindestens eine Warnweste mitgeführt werden. Wer gegen diese Mitführpflicht verstößt, muss mit einem Verwarnungsentgelt in Höhe von 15 EUR rechnen. Eine Tragepflicht besteht jedoch nicht. Der Gesetzgeber verweist hierbei "auf das eigenverantwortliche Handeln der Verkehrsteilnehmer". Das heißt, dass mindestens eine Warnweste pro Kraftfahrzeug vorhanden sein muss. Die Verantwortung, wann diese getragen wird, wird auf die jeweiligen Verkehrsteilnehmer übertragen.


Wie sollten Warnwesten aufbewahrt werden?

Häufig werden Warnwesten über die Sitze gehängt. Dabei ist aber zu beachten, dass die Warnweste ihre Fluoreszenzeigenschaften verlieren kann, wenn die Fasern der Sicherheitsweste dauernd der Sonnenstrahlung ausgesetzt werden. Damit verliert die Warnweste einen Teil ihrer Wirkung. Bei einem Verkehrsunfall kann diese Art der Aufbewahrung außerdem die Wirkung des Airbags, der in den Sitzlehnen angebracht ist, beeinträchtigen. Besser ist es, die Westen dort aufzubewahren, wo sie leicht erreichbar sind und keinen Wirkungsverlust des Airbags hervorrufen können. Der Kofferraum ist ein beliebter, jedoch kein idealer Aufbewahrungsort. Denn es ist wichtig, dass man nicht erst aussteigen muss, um die Sicherheitsweste anziehen zu können.


Warnwesten im Gewerbe

Für Personen, die gewerblich, also zum Beispiel beim Bau oder der Reinigung von Straßen beteiligt sind, ist es gesetzlich vorgeschrieben, dass diese bei ihrer Arbeit außerhalb von Gehwegen oder Absperrungen, auffällige Warnkleidung tragen, die der Norm EN ISO 20471 entsprechen. Anders als zu erwarten, wird dies nicht durch den Gesetzgeber geregelt, sondern durch die Berufsgenossenschaften. Diese haben eine Unfallverhütungsvorschrift aufgesetzt, welche die besagte Tragepflicht vorschreibt. Diese enthält auch Regelungen, dass für gewerblich genutzte, mehrspurige Kraftfahrzeuge mindestens eine Weste für den Fahrer mitgeführt werden muss. Bei Fahrzeugen, die regelmäßig mit Beifahrern besetzt sind, müssen auch für diese entsprechend viele Warnwesten vorhanden sein. Ein Verstoß gegen das Mitführen oder Benutzen von Warnwesten ist nach der Unfallverhütungsvorschrift eine Ordnungswidrigkeit im Sinne des Sozialgesetzbuches und kann mit einem Bußgeld von der Berufsgenossenschaft geahndet werden. Laut einer Statistik haben sich in Österreich bis 2010, nach vier Jahren Tragepflicht, die Unfälle aufgrund mangelnder Erkennbarkeit bei schlechtem Wetter oder Dunkelheit um 39 % vermindert. Diese Ergebnisse sollen auch die Grundlage für eine europaweite einheitliche Regelung darstellen.

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