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Kia Ceed 1.4 T-GDI: Korea kann kompakt

12. Februar 2019, 13:30 Uhr
Ralf Schütze 7
7Kia Ceed 1.4 T-GDI: Korea kann kompakt
mid München - Schnittig, flach und gefällig wirkt Kias kompakter Golf-Rivale Ceed in dritter Generation. Kia
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Seit 2006 bemüht sich die südkoreanische Marke Kia darum, sich dem VW Golf als Bestseller der Kompaktklasse anzunähern. Mit der nunmehr dritten Generation des Ceed steht endgültig fest: Mit Erfolg. Das Design stimmt längst, Qualität und Fahrverhalten haben weiter zugelegt. Ein Praxis-Test.


Seit 2006 bemüht sich die südkoreanische Marke Kia darum, sich dem VW Golf als Bestseller der Kompaktklasse anzunähern. Mit der nunmehr dritten Generation des Ceed steht endgültig fest: Mit Erfolg. Das Design stimmt längst, Qualität und Fahrverhalten haben weiter zugelegt, die Ausstattung war immer schon reichhaltig, und so rückt der neue Kia Ceed dem Golf sogar richtig auf die Pelle. Auch mit dem 140 PS starken 1,4-Liter-Benziner im Ceed 1.4 T-GDI. Dahinter steckt möglicherweise ein spezielles Erfolgsgeheimnis: Der vermeintliche Koreaner entstand in Kias Entwicklungs- und Designzentren rund um Frankfurt und wird in Slowenien gebaut.

Staunen und Wohlfühlen ist sofort angesagt, wenn man im Kia Ceed Platz nimmt. Das ehemalige Apostroph im Modellnamen hat er ebenso abgelegt (bisher schrieb er sich "cee'd"), wie jegliche sonstige Eigenheiten. Hochwertige Materialien, wohin das Auge auch blickt, gutes Tastgefühl, wohin die Hand auch fasst. Oder Neudeutsch: Optik und Haptik stimmen. Auch in Sachen Ergonomie gibt es keinerlei Überraschungen. Die Sitze sind vielfach verstellbar, der Innenraum bietet großzügig Platz für Beine, Kopf und Schultern, und auch die Hinterbänkler können sich bis 1,90 Meter nicht über Enge beschweren.

Auch bei der Sicherheit gibt sich Kia mit seinem Kompaktmodell keine Blößen. Besonders lobenswert: Die elektrischen Fensterheber sind auch hinten mit Einklemmschutz kombiniert - also dort, wo dies wegen mitfahrender Kinder besonders wichtig ist. Die mittlere Ausstattungslinie Spirit, in der der Ceed 1.4 T-GDI ab 24.690 Euro zu haben ist (Basispreis Ceed: 15.990), umfasst serienmäßig viele Sicherheits-Features. Dazu gehören unter anderem ein Spurwechselassistent mit Totwinkelwarner sowie ein Frontkollisionswarner mit Fußgängererkennung. Der Ausparkassistent überwacht sogar den Querverkehr und warnt beim Ausrangieren. Besonders fair wirkt der Preis für den Kia Ceed angesichts der einzigartigen Sieben-Jahres-Garantie bis 150.000 km.

Im Fahrverhalten geht der Kia Ceed einen wünschenswerten Kompromiss ein: Er ist so komfortabel, wie im Alltag für typische Ansprüche nötig, und erweist sich dabei als so dynamisch, wie gleichzeitig möglich. Einzige Einschränkung: Auf Kopfsteinpflaster oder bei ähnlichen kurzen Stößen wirkt der Ceed leicht polternd. Mit 395 bis maximal 1.291 l Kofferraum ist er kein Raumwunder, deckt aber die typischen Ansprüche an einen Kompaktwagen ab. Und: Der Kofferraumboden ist sehr variabel nutzbar.

Die Rundumsicht ist nach schräg hinten durch die breite C-Säule am Heck leicht eingeschränkt, wie man das auch vom VW Golf her kennt. Gleiches gilt für den Blick nach vorne, wenn große Fahrer wegen einer recht tief reichenden Fensterlinie manche Ampeln nur im leicht gebückten Zustand sehen. Tröstlich bei der Sicht nach hinten: Eine Rückfahrkamera weist in der Spirit-Ausstattung serienmäßig auf einem großen Monitor den Weg.

Mit guten Fahrleistungen setzt sich der Vierzylinder-Benziner in Szene. 8,9 Sekunden vergehen für den Standardsprint, 210 km/h Spitze sind genug, der Normverbrauch beträgt 5,7 l/100 km. Der 1,4-Liter-Antrieb ist drehfreudig und durchzugsstark. Kein Wunder, denn das maximale Drehmoment von 242 Newtonmeter bringt schon ab 1.500 Umdrehungen je Minute hohe Schubkraft. Nur oben raus, etwa bei hohem Autobahntempo, geht dem Eineinhalb-Liter-Motor etwas die Puste aus. Die Sechsgang-Handschaltung hat angenehm kurze Wege, will aber exakt gehandhabt werden. Der Praxisverbrauch lag mit 6,9 l/100 km gerade noch vertretbar über dem Normwert.

Das Fahrgefühl stimmt insgesamt. Das Design auch. Das geht vor allem auf einen gebürtigen Bayern zurück: Peter Schreyer machte sich einst als Formgeber für Audi TT oder VW New Beetle einen Namen und herrscht seit über zehn Jahren über die Optik der Autos von Kia sowie der Konzernschwester Hyundai. Speziell beim Ceed hat es Kia geschafft, sich immer mehr dem Mainstream anzunähern. Diese Massentauglichkeit im Design spiegelt sich in den gesamten Eigenschaften wieder. Der Kia Ceed von heute erfüllt alle wichtigen Ansprüche an einen Pkw dieser Klasse. Ihn als günstigen Kompakt-Koreaner zu unterschätzen, wäre ein schwerwiegender Fehler - vor allem seitens der anderen Hersteller.

Ralf Schütze/mid

Technische Daten Kia Ceed 1.4 T-GDI

Fünftüriger, fünfsitziger Kompaktwagen, Länge/Breite(mit Spiegel)/Höhe/Radstand in mm: 4.310/2.055/1.442/2.650, Leergewicht: 1.315 kg, zul. Gesamtgewicht: 1.820 kg, max. Zuladung: 505 kg, max. Anhängelast gebremst/ungebremst 1.410/600 kg, Kofferraumvolumen: 395-1.291 l, Tankinhalt: 50 l, Preis: 15.990 Euro.
Motor: Reihenvierzylinder-Benziner, Hubraum: 1.353 ccm, Leistung: 103 kW/140 PS bei 6.000 U/min, max. Drehmoment: 242 Nm bei 1500 - 3.200 U/min, Sechsgang-Handschaltung, 0 - 100 km/h: 8,9 s, Höchstgeschwindigkeit: 210 km/h, Vorderradantrieb, Normverbrauch: 5,7 l pro 100 km, CO2-emission: 130 g/km, Schadstoffklasse: Euro 6d-Temp.

Der Artikel "Kia Ceed 1.4 T-GDI: Korea kann kompakt" wurde am 12.02.2019 in der Kategorie Fahrbericht von Ralf Schütze mit den Stichwörtern Auto, Neuheit, Kompakter, Fahrbericht, Test-Bericht, Pressevorstellung, Test, Bericht, Kurztest, Vorstellung veröffentlicht.

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