Ratgeber

Verbringungskosten - Das ist zu beachten

5. Februar 2019
Redaktion
Verbringungskosten - Das ist zu beachten
@ PublicDomainPictures (CC0-Lizenz)/ pixabay.com
Im Rahmen von Autounfällen kann es zu einer Vielzahl von Forderungen kommen.

Im Rahmen von Autounfällen kann es zu einer Vielzahl von Forderungen kommen. Neben der Reparatur geht es dabei häufig um Schmerzensgeld, Regress der Krankenversicherung, Kosten für einen Mietwagen und vieles mehr. Über all diese Aspekte wird gerne und oft vor Gericht prozessiert. Gleiches gilt für die Reparatur selbst, weil auf der Rechnung häufig Positionen auftauchen, die die Gegenseite nicht akzeptiert. Eine Besonderheit bilden hierbei die so genannten Verbringungskosten.

Wenn nicht alle Arbeiten vor Ort erledigt werden können

Verbringungskosten entstehen immer dann, wenn ein Auto im Rahmen der Reparatur von einem Ort an einen anderen verbracht werden muss. Die ist etwa dann der Fall, wenn große Teile repariert wurden und der Wagen anschließend in die Lackiererei muss. Die in diesem Zusammenhang entstehenden Kosten sind durch den Verursacher zu tragen. Allerdings ist die Rechtsprechung hinsichtlich der Notwendigkeit und Höhe dieser Ausgaben alles andere als bundesweit einheitlich. Grundsätzlich ist es jedoch so, dass die Verbringungskosten im Prinzip allgemein als notwendig und entsprechend auch anrechenbar angesehen werden.

Das Problem der fiktiven Verbringungskosten

Häufig kommt es vor, dass Schadensersatz nicht aufgrund einer Rechnung, sondern aufgrund eines Gutachtens erstellt wird. Ein gewissenhafter Kfz-Gutachter wird dabei für die Reparatur notwendige Ausgaben wie die Verbringungskosten mit einrechnen. Gerade diese fiktiven Verbringungskosten sind besonders häufig Gegenstand von rechtlichen Auseinandersetzungen. Dabei geht es um Fragen wie die nach der Notwendigkeit des Transports von A nach B, weil bestimmte Arbeiten ggf. auch direkt in der Kfz Werkstatt vorgenommen werden könnten.

Pauschbeträge sind rechtsgültig

Häufig monieren Versicherungen auch die Höhe der in Rechnung gestellten Verbringungskosten. Wenn sich etwa die Kfz Werkstatt und die Lackiererei in derselben Straße befinden, sind die tatsächlichen Aufwendungen im Rahmen der Verbringung eher gering. Die Rechtsprechung sieht jedoch regelmäßig einen pauschalen Ansatz für die Verbringungskosten als rechtmäßig an, mit der Folge, dass die Versicherungen die entsprechenden Posten mit zu begleichen haben. Auf die konkrete Entfernung kommt es daher im Rahmen der Abrechnung von Verbringungskosten im Zweifel nicht an. Dies gilt nach einem Urteil des Amtsgerichts Wiesbaden vom 16.05.2007, (AZ: 92 C 280/07 -31-) auch dann, wenn es sich um fiktive Verbringungskosten handelt, sofern die in Ansatz gebrachten Pauschbeträge den in der Region von Markenwerkstätten regelmäßig in Rechnung gestellten Sätzen entsprechen.

Weitere Rechtsprechung

Nach einem Urteil des Landgerichts Koblenz vom 07.09.2006, (AZ: 14 S 68/06) sind Verbringungskosten dann zu ersetzen, wenn eine fachgerechte Vornahme einer bestimmten Reparatur vor Ort nicht vorgenommen werden kann. Gemäß eines Urteils des Landgerichts Köln vom 31.05.2006 (AZ: 13 S 4/06) muss sich der Geschädigte außerdem nicht die Stundensätze anderer Kfz Werkstätten in der Region vorhalten lassen. Dabei nahm das Landgericht auch ausdrücklich auf die abgerechneten Verbringungskosten Bezug. Auch die Tendenz der höchstrichterlichen Rechtsprechung geht in jüngerer Zeit klar in Richtung einer allgemeinen Anerkennung von Verbringungskosten, selbst wenn die nur fiktiv im Rahmen eines Gutachtens aufgeführt werden. Insofern sollte diese Position immer geltend gemacht werden, wenn sich nach einem Unfall die Notwendigkeit der Verbringung eines Fahrzeugs ergibt.

Der Artikel "Verbringungskosten - Das ist zu beachten" wurde am 05.02.2019 in der Kategorie Ratgeber von Redaktion mit den Stichwörtern Verbringungskosten - Das ist zu beachten, Tipp & Infos, veröffentlicht.

Verbringungskosten - Das ist zu beachten

Weitere Meldungen

22. August 2019

Opel setzt den Rallye-Sport unter Strom

Ein elektrisches Gegenstück zur Formel 1 gibt es schon. Seit einigen Jahren elektrisiert die Formel E die Fans rund ...