Auto

Harter Bursche mit soften Skills

15. Januar 2019, 13:46 Uhr
Mirko Stepan 7
7Harter Bursche mit soften Skills
mid Las Palmas - Mit dem i30 Fastback N schießt Hyundai die Fließheck-Variante des sportlichen Kompakten nach. Hyundai
7 Bilder Konfigurator Versicherungsvergleich Steuerrechner Finanzierung ab 1,99%
Mit dem i30 N hat Hyundai seit Herbst 2017 einen echten Golf-Jäger im Programm, dem man sofort ansieht, dass er gerade aus dem Fitnessstudio kommt. Etwas dezenter ist der Auftritt des i30 Fastback N. Eine erste Ausfahrt auf öffentlichen Straßen und auf einer knackigen Rennstrecke lässt seinen sportiven Charakter erahnen.


Mit dem i30 N hat Hyundai seit Herbst 2017 einen echten Golf-Jäger im Programm, dem man sofort ansieht, dass er gerade aus dem Fitnessstudio kommt. Etwas dezenter ist der Auftritt des i30 Fastback N. Eine erste Ausfahrt auf öffentlichen Straßen und auf einer knackigen Rennstrecke lässt seinen sportiven Charakter erahnen.

Klar, seine Verwandtschaft zum aufgemotzten 5-Türer kann der i30 Fastback N nicht leugnen. Die Front mit dem auffällig gestalteten Grill, den Lufteinlässen sowie knallig roten Zierstreifen ist identisch. Die Fließheck-Karosserie allerdings versprüht einfach mehr Flair - nicht aus Zufall hat der Fastback renommierte Design-Preise gewonnen. Der neue i30 Fastback N ist ab 31.100 Euro zu haben, als Performance kostet er 33.600 Euro - jeweils 600 Euro mehr als der Fünftürer.

Wer den i30 N schon mal gefahren ist, fühlt sich im Fastback sofort heimisch. Das Cockpit ist übersichtlich und das Sportlenkrad mit dem N-Schalter ausgerüstet, der die Extra-Portion Spaß und Sportlichkeit bringt. Was im Moment des Knopfdrucks passiert, ist immer wieder beeindruckend: Der i30 N verwandelt sich vom fauchenden Kätzchen in einen Tiger, der zum Sprung ansetzt. Das Auto brüllt dermaßen seine Lust auf schnelles Fahren in die Welt, dass der Fahrer gar nicht mehr anders kann, als das Gaspedal zu treten. Extrem kurz sind übrigens die Kupplungswege, das ist gewöhnungsbedürftig, vor allem, wenn man von einem anderen Auto in den N umsteigt.

Der Preis für das breite Grinsen im Gesicht ist ein Verbrauch, der Vertreter irgendwelcher Umwelthilfen sicher direkt die Anwaltshotline anrufen lassen würde. Knapp zehn Liter gönnt sich der 2-Liter-Turbobenziner, der als Performance-Ausbaustufe 202 kW/275 PS leistet, 25 Pferdchen mehr als der normale N. Das ist viel, aber nicht zu viel für diese Leistungsklasse . Wer nur halb so viel verbrauchen möchte, muss sich eben für ein anderes Auto aus dem Angebot der Koreaner entscheiden. Vielleicht ist dann der Kona als Plug-in-Hybrid die richtige Wahl.

Oder man muss die Qualitäten des i30 Fastback N ignorieren, auf Fahrspaß verzichten. Das wäre allerdings mehr als schade. Denn: Was er kann, zeigt sich beim Ausflug auf die Rennstrecke "Circuito de Maspalomas" auf der beliebten Ferieninsel Gran Canaria. Zwar sind dort auch Bergstraßen zu finden, auf denen der Koreaner seine Kurvenhaftung unter Beweis stellen kann - aber je höher die mögliche Geschwindigkeit, desto mehr beeindruckt der Kompakte. Lange Geraden, enge Kurven, das ist das Terrain für den Neuen mit der schicken Außenhaut. Und das bietet der 4,4 Kilometer lange Kurs.

Unterm Helm wird es direkt heiß, schon in der ersten Runde rinnt der Schweiß übers Gesicht. Die Klimaanlage läuft auf Hochtouren, doch die Strecke hat es in sich. Mit Vollgas geht's auf eine enge Linkskurve zu, jetzt bloß nicht den Bremspunkt verpassen. Geradeaus wartet ein kurzes Kiesbett, danach ein paar Propellermaschinen, die auf dem angrenzenden Flugplatz geparkt sind. Also: hart in die Eisen, links rum. Nochmal bremsen, sonst gehts geradewegs in den Atlantik.

Und der Hyundai? Der macht alles mit, ohne zu murren. Liegt wie ein Brett auf dem Asphalt und verzeiht auch kleine Fehler. Das ESP greift spät, aber nicht zu spät. Super für die Rennstrecke, für die Straße ist der N-Modus vielleicht zu hart, auch was das adaptive Fahrwerk angeht, das für den Fastback N auch aufgrund der anderen Gewichtsverteilung optimiert worden ist. Wer zu früh aufs Gas steigt, bringt den Hyundai kurz zum Zucken, dann neigt er dazu, immer beherrschbar, über die angetriebenen Vorderräder zu schieben. Wer das berücksichtigen kann, wird das Auto als absolut alltagstauglich erleben - mit dem Zusatz-Skill, auch am Limit eine gute Figur zu machen.

Mirko Stepan / mid

Technische Daten Hyundai i30 Fastback N Performance:
Fünfsitzige Fließheck-Limousine, Länge/Breite/Höhe/Radstand in Millimeter: 4.455/1.795 (o. Außenspiegel)/1.419/2.650, Leergewicht: 1.516 kg, Zuladung: 434 kg; Anhängelast gebremst/ungebremst: 1.600/700 kg, Kofferraumvolumen: 450 - 1.351 l, Tankinhalt: 50 l, Preis: ab 33.600 Euro.

Antrieb: Vierzylinder-Turbobenziner, Hubraum: 1.998 ccm, Leistung: 202 kW/275 PS bei 6.000 U/min, max. Drehmoment: 353 Nm bei 1.450 - 4.700 U/min, Höchstgeschwindigkeit: 250 km/h, 0 - 100 km/h: 6,1 s, Vorderradantrieb, Normverbrauch: 7,8 l/100 km, CO2-Ausstoß: 188 g/km, Sechsgang-Schaltgetriebe, Schadstoffklasse: Euro 6d-Temp.

Der Artikel "Harter Bursche mit soften Skills" wurde am 15.01.2019 in der Kategorie Fahrbericht von Mirko Stepan mit den Stichwörtern Auto, Kompakter, Rennstrecke, Fahrbericht, Test-Bericht, Pressevorstellung, Test, Bericht, Kurztest, Vorstellung veröffentlicht.

Auto, Kompakter, Rennstrecke, Fahrbericht

Weitere Meldungen

22. Februar 2019

Volvo frischt sein Flaggschiff auf

Mit Feinschliff rundum startet Volvo im Mai die Produktion des 2020er-XC90. Das große SUV kann in Deutschland ab ...

Comments

Bitte beachten Sie vor Ihrer Eingabe unbedingt unseren Datenschutzhinweis.

comments powered by Disqus