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Autokauf ohne Geld und Sicherheit: Wie geht das?

9. Januar 2019
Redaktion
Autokauf ohne Geld und Sicherheit: Wie geht das?
@ jarmoluk (CC0-Lizenz)/ pixabay.com
Ein eigenes Auto ist in vielen Bereichen des Lebens unentbehrlich. Doch was tun, wenn die eigene Finanzsituation eine Autofinanzierung fast nicht zulässt? Es gibt durchaus Möglichkeiten, auch dann zum wichtigen Fahrzeug zu gelangen.

Endlich liegt sie im Briefkasten: Die Zusage für den neuen Job nach einem Bewerbungsmarathon aus Vorstellungsgespräch und Probearbeiten. Vielleicht geht es auch um einen Ausbildungsplatz oder die Zusage für den Studienplatz an der Wunsch-Universität. Drei Situationen, welche eine Gemeinsamkeit verbindet: Jetzt wird ein Auto gebraucht und zwar meistens relativ schnell. Der Führerschein ist eine Sache. Gerade junge Erwachsene haben oft zusätzlich ein weiteres Problem. Woher das Geld nehmen, um sich das Auto leisten zu können? Ohne eigenes Einkommen wird es schwierig, einen Kredit erfolgreich zu beantragen. Besonders, wenn zusätzliche Sicherheiten fehlen.

Oft reicht auch das Ersparte nicht aus, um den „fahrbaren Untersatz“ als Barzahler zu finanzieren. Bedeutet diese Situation, dass der Wunsch vom eigenen Auto gleich wieder begraben werden muss? Mittlerweile bieten sich verschiedene Auswege an. Diese reichen vom Darlehen aus dem Kreis der Familie bis hin zum Carsharing. Aber Achtung: Wer wirklich ein Auto braucht/haben will, darf sich nicht nur auf die Anschaffung fokussieren. Es fallen laufende Kosten für Benzin, Steuern und Versicherung an. Diese müssen in jedem Fall finanzierbar bleiben. Andernfalls kann das Auto zur Schuldenfalle werden, die dem eigentlichen Zweck zuwiderläuft.

Wann ist ein Auto unentbehrlich?

Auf deutschen Straßen sind nach den Statistiken des Kraftfahrtbundesamts inzwischen mehr als 60 Millionen Kraftfahrzeuge unterwegs. Etwa zwei Drittel davon sind Pkw, sprich etwas mehr als 46 Millionen. Der Trend geht seit Jahren weiter nach oben. Diese Entwicklung zeigt, wie wichtig Mobilität inzwischen geworden ist. Was sie im Einzelfall bedeutet, merkt nur wer kein Auto hat. Es reicht schon, wenn der Pkw zum Reifenwechsel oder wegen der jährlichen Inspektion einen Tag nicht in der Garage steht.

Um wieviel größer werden die Probleme, wenn kein Auto besessen wird? Es gibt viele Momente und Situationen, in denen sich Verbraucher ein Auto wünschen. Wunsch und Wirklichkeit sind allerdings zwei Paar Schuhe. Wann ist ein Pkw nicht nur von Vorteil, sondern wird essentiell? Folgende Fälle sind dabei besonders prekär:

Das Auto für die berufliche Entwicklung

Der wahrscheinlich wichtigste Grund für die Anschaffung eines Autos sind deutlich bessere Chancen am Arbeitsmarkt, sprich die Gelegenheit, sich Jobs aussuchen zu können. Arbeitnehmer ohne Pkw sind auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen oder haben nur beschränkt Auswahl hinsichtlich der Arbeitgeber und Stellen. Jene, die sich auch zu Fuß oder mit dem Rad erreichen lassen.

Heißt am Ende: Ohne Auto sind die beruflichen Entwicklungsmöglichkeiten sehr stark eingeschränkt. Dies gilt vor allem in den eher ländlich geprägten Regionen. In Städten wie München oder Berlin ist es kein Problem, mit öffentlichen Verkehrsmitteln schnell von A nach B zu kommen. 100 Kilometer Luftlinie verkehrt oft nur eine Buslinie und diese häufig nur im Abstand von 1 bis 2 Stunden. Denkbar schlechte Voraussetzungen, wenn die nächsten guten Jobs 20 Kilometer oder 30 Kilometer entfernt angeboten werden.

Ausbildung und Studium

In eine ähnliche Kerbe wie die Notwendigkeit, für den Job auf vier Rädern unterwegs zu sein, schlagen Ausbildung oder Studium. Gerade wenn Studenten und elterliche Wohnung mehrere hundert Kilometer trennen, wird das Auto schnell zum Bedürfnis. Gerade an den kleineren Hochschulstandorten ist das Netz der öffentlichen Verkehrsmittel oft nicht so ausgebaut, dass auf ein Auto komplett verzichtet werden kann.

Im Rahmen einer Ausbildung betrachtet, ist das Thema Auto besonders heikel. Zu Beginn der Ausbildung sind viele Azubis noch nicht 18 und haben noch nicht einmal den Führerschein. Spätestens mit dem 18. Geburtstag rückt bei Auszubildenden das Auto mit ganz nach oben auf der Liste.

Der Alltag: Von Kita bis Einkaufen

Bisher ging es bei Situationen, in denen ein Auto nötig wird, immer nur um Job und Karriere. Aber auch im Alltag ist das Fehlen eines „fahrbaren Untersatzes“ sehr schnell spürbar. Einfaches Beispiel: Der Nachwuchs muss morgens in Kita und Schule. Gerade im Alter bis zum ersten Schulwechsel lassen Eltern ihre Kinder sehr ungern allein.

Natürlich wird das Einkaufen ohne Auto sehr viel anstrengender. Ein 6er-Pack Mineralwasser (1,5 Liter) wiegt immerhin mehr als 9 Kilo. Der Wocheneinkauf besteht für einen 3- oder 4-Personenhaushalt schnell aus mehreren Einkaufstüten, die niemand gern über größere Entfernungen trägt.

Welche Möglichkeiten ergeben sich für die Kfz-Finanzierung?

Ohne Einkommen oder fehlende Sicherheiten ein Auto finanzieren ist keine leichte Aufgabe. Führt kein Weg an einem Pkw vorbei, lassen sich trotzdem einige Alternativen nutzen. Betroffene sollten durchaus bei einem Händler nach Finanzierungen der Herstellerbanken Ausschau halten. Es kann passieren, dass die Herstellerbank eher den Daumen hebt als Privat- und Geschäftskundenbanken.

Zweiter Kreditnehmer und Bürgschaft

Ist das Ganze aussichtslos, bietet sich als mögliche Alternative die Autofinanzierung mit einem 2. Kreditnehmer an. Hier stehen zwar zwei Personen im Kreditvertrag, die Haftung erfolgt allerdings gesamtschuldnerisch. Eine zweite Option ist der Kreditantrag mit einem Bürgen nach § 765 ff. BGB. Auf den ersten Blick ähnelt das Ganze einer Finanzierung mit zwei Kreditnehmern. In der Praxis gibt es aber durchaus Unterschiede. Wer beispielsweise Eltern oder Partner in die Position des Bürgen eintreten lassen will, muss sich der Konsequenzen klar sein.

Gerade die Bürgschaft mit Einredeverzicht birgt ein gewisses Risiko in sich. Die Rechtsfolgen einer Unterschrift müssen allen Beteiligten klar sein.

Privatdarlehen

Zu den Optionen, die komplett ohne Bank auskommen, gehören private Darlehen. Letztere kommen auch heute immer noch aus dem Familienkreis. Bei jungen Erwachsenen sind es oft die Eltern oder Großeltern, welche hier finanziell zur Seite stehen. Aber auch aus dem Bekanntenkreis wird diese Form der Gefälligkeit immer wieder gestemmt.

Darüber hinaus lässt sich mit sogenannten Peer2Peer oder Crowdlending Darlehen das Auto finanzieren. Besser bekannt sind solche Darlehen auch als Schwarmfinanzierung, welche über spezielle Plattformen im Internet realisiert werden. Achtung: Fehlende Sicherheiten sind hier zwar kein grundsätzliches Ausschlusskriterium. Es besteht allerdings die Gefahr eines deutlich höheren Zinssatzes.

Rate drücken mit Anzahlung

Dieser Weg kommt in Frage, wenn bereits ein gewisses Kapital zur Verfügung steht und parallel Einkommen erzielt wird, allerdings nicht in der Höhe, um das Auto voll zu finanzieren. Hier wird mit einer Anzahlung auf den Kaufpreis die Höhe der Darlehenssumme nach unten gedrückt. Damit muss die Bank nur noch einen Bruchteil des Fahrzeugwerts finanzieren, die Raten werden niedriger und die Bank hebt eher den Daumen über dem Antrag.

Weitere Alternativen fürs Auto

Mobil bleiben ohne eigenes Auto. Was ungewöhnlich klingt, kann trotzdem funktionieren. Die Frage ist, in welchem Ausmaß ist die Mobilität notwendig. Da beim Leasing nur die Nutzung abzugelten ist, bleiben die Raten (im Vergleich zu einem Kredit) niedrig. Auf der anderen Seite wird der Leasinggeber sich die finanziellen Verhältnisse anschauen und das Privatleasing beinhaltet einige Klippen, die umschifft werden wollen.

Ein weiterer Ansatz, wenn ein Auto nicht permanent gebraucht wird, kann das Carsharing sein. Hier können Autos für kurze Zeit, etwa um schnell zu einem Termin zu kommen, ohne den Papierkram klassischer Kfz-Vermieter benutzt werden. Aber: Carsharing steht in der Regel nur in größeren Städten zur Verfügung.

Die Autovermietung bietet sich an, wenn ein Pkw nur tageweise benötigt wird, etwa um von der Uni zu den Eltern zu fahren. Wichtig ist zu behalten, dass Wunschfahrzeuge hier im Vorfeld reserviert werden sollten.

Fazit: Mobil trotz angespannter finanzieller Situation

Auszubildende, die frisch aus der Lehre kommen, Studenten oder ehemalige Arbeitslose, es gibt viele Personengruppen, die kein Auto besitzen und plötzlich auf die Mobilität angewiesen sind. Fehlt es an den finanziellen Rahmenbedingungen, schütteln Banken oft den Kopf. Diese niederschmetternde Erfahrung müssen Betroffene nicht teilnahmslos hinnehmen, es lässt sich etwas dagegen tun. Bürgschaften oder der 2. Kreditnehmer sind nur einige Alternativen.



Der Artikel "Autokauf ohne Geld und Sicherheit: Wie geht das?" wurde am 09.01.2019 in der Kategorie Ratgeber von Redaktion mit den Stichwörtern Autokauf ohne Geld und Sicherheit: Wie geht das?, Tipp & Infos, veröffentlicht.

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