Ratgeber

So kommen Wohnmobile und -wagen gut durch den Winter

11. Dezember 2018
Redaktion
So kommen Wohnmobile und -wagen gut durch den Winter
@ Tarabiscuite (CC0-Lizenz)/ pixabay.com
Lange Standzeiten, vielleicht unter freiem Himmel und/oder weit weg von zuhause kennzeichnen den Winterschlaf von Mobilheimen. Das erfordert unterschiedliche Maßnahmen, damit man im Frühjahr direkt wieder loslegen kann.

Ein nur saisonal angemeldetes Cabrio stellt man einfach in die Garage, stellt innen einen Luftentfeuchter auf, bringt die Reifen auf Maximaldruck und schließt das Tor. Bei Wohnmobilen und Wohnwagen fehlt jedoch oft genug schon dieser Luxus des Dachs über dem Kopf. Rechnet man zudem noch die restliche Natur dieser Fahrzeuge hinzu, benötigt es schon etwas mehr an Vorbereitung, um die teuren Stücke gut durch den Winter zu bringen. Wir zeigen, was dabei zu beachten ist.

 1. Reinigen und Pflegen

In Mobilheimen kann sich nach einer langen Saison viel angesammelt haben. Vielleicht Krümel, die an schwer erreichbare Stellen gerutscht sind. Und definitiv eine Menge Schmutz bzw. Staub. Und Schmutz ist, innen wie außen, ein Problem. Denn er neigt in jeglicher Form dazu, Feuchtigkeit fast magisch anzuziehen. An metallischen Teilen kann das für Rost sorgen. An Holz für Aufquellen und hässliche Flecken. Und im Falle selbst kleinster Nahrungsreste können sich daraus auch weit tiefergehende Probleme ergeben, die bis zum Schädlingsbefall reichen.

Der erste Schritt sollte deshalb darin bestehen, sein Reisemobil innen wie außen mit äußerster Gründlichkeit zu reinigen. Dabei bitte auch nicht den Unterboden vergessen. Ist das Fahrzeug danach weitestgehend trocken, sollte zunächst der Unterboden eine Versiegelung mit Unterbodenschutz verpasst bekommen. Anschließend sollte auch der Aufbau mit Wachs behandelt werden, um den Lack zu schützen. Ist das getan, empfiehlt es sich, die Dichtungen von Türen und Fenstern mit einem Pflegeprodukt für Dichtungen (gibt’s im Zubehörhandel) einzucremen, damit sie geschmeidig bleiben.

2. Ausräumen und Vorbereiten

Egal wo Wohnmobil oder Wohnwagen letztendlich den Winter verbringen werden, es ist unvermeidlich, dass sich dabei Kondenswasser aus der Luft im Innenraum niederschlägt. Und wenn das passiert, herrscht akute Schimmelgefahr. Denn es gehört zur Natur von Schimmelpilzen, dass diese schon jenseits der 60% Luftfeuchtigkeit wachsen können, wenn die weiteren Gegebenheiten günstig sind.

Dies muss auf zweierlei Arten minimiert werden. Im ersten Schritt werden dazu sämtliche Matratzen, Sitzkissen, Teppiche und alles andere, das aus Stoff besteht, aus dem Fahrzeug entfernt. Durch deren Gewebestruktur sind sie ein besonders guter Feuchte-Magnet. Bleiben sie drinnen, besteht zumindest Stockflecken-Wahrscheinlichkeit. Hat sich indes erst mal „richtiger“ Schimmel im Gewebe gebildet, ist Neukauf angesagt. Ergo: Raus mit den Polstern. Dann sollten sämtliche verschließbaren Schränke, Schubladen, Nasszellentüren etc. geöffnet werden. Ebenfalls um einen guten Luftaustausch sicherzustellen.

Im zweiten Schritt kommt es nun darauf an, wo genau das Fahrzeug überwintert. Steht es in einer Halle oder zumindest sicher überdacht, sollten zwei weit entfernt liegende Fenster in die Lüftungsposition gebracht werden. Dadurch wird ein kontinuierlicher Luftaustausch gewährleistet. Ist das nicht möglich, weil das Gefährt unter freiem Himmel steht, sollten zumindest zwei Dosen mit Luftentfeuchter in den Innenraum gestellt und dieser so häufig wie möglich, mindestens jedoch alle zwei Wochen, gründlich durchgelüftet werden.

Ferner gehört es zu dieser Vorbereitung auch, die komplette Wasseranlage zu entleeren und die Zapfhähne geöffnet zu lassen, um sowohl Keimbildung wie Frostschäden zu verhindern. Dazu sollten auch alle Gashähne bis einschließlich den Flaschen zugedreht und diese am besten ganz vom System getrennt werden.

3. Sicherheit applizieren

Bei wem Wohnwagen oder -mobil auf dem eigenen Grundstück hinter dem Haus in einer Garage stehen, der kann diesen Punkt überspringen. Alle anderen jedoch sollten sich gewahr werden, dass selbst ein teuer bezahlter Überwinterungs-Stellplatz oft nur einen Sprung über den Zaun davon entfernt ist, zur Einladung für Diebe zu werden – denn auch Mobilheime stellen natürlich einen hohen Wert dar.

Der Vorteil ist, dass es sehr viele taugliche Sicherheitsmaßnahmen für Wohnmobile und Wohnwagen gibt:

  • Bei Wohnmobilen sollte die Batterie entweder ganz ausgebaut oder um einen Hauptschalter ergänzt werden. Weiteren Schutz bieten eine Sensor-basierte Alarmanlage sowie ggf. sogar Radkrallen.
  • Bei Wohnwagen sollte ein Kupplungsschloss das absolute Minimum sein. Wesentlich besser sind zusätzliche Stützenschlössern und ebenfalls sehr gerne Radkrallen. Auch hier kann die Alarmanlage zusätzliche Sicherheit bieten.

Der Vorteil ist, dass selbst nicht sonderlich helle Diebe wissen, dass ein überwinterndes Mobilheim sonst keine Wertgegenstände enthält. Daher kann man sich vor allem auf den Schutz gegen Diebstahl des gesamten Gefährts fokussieren.

4. Lasten abfangen

Jedes Mobilheim wird im Winter teils mehrere Monate lang auf einem Fleck stehen. Für den Aufbau der Reifen ist das pures Gift. Denn Molekül für Molekül wird sich die darin befindliche Luft durch die Standzeit verabschieden. Und je weniger Druck, desto stärker sorgt das Fahrzeuggewicht dafür, dass der Reifen sich an der Stelle, an der er aufliegt, flach verformt. Der Fachmann spricht von einem Standplatten, der so weit gehen kann, dass im Frühjahr ein Austausch vonnöten ist, weil das Drahtgeflecht im Reifengummi dauerhaft verformt ist.

Um dieses Risiko zu minimieren, ist es zunächst notwendig, unmittelbar vor dem Einwintern den Reifendruck auf den höchsten Wert zu bringen, den der Fahrzeughersteller erlaubt (steht in der Bedienungsanleitung). Dann sollten sogenannte Reifenwiegen zum Einsatz kommen. Das sind abgerundete Keile, die zwischen Reifen und Boden liegen und selbst bei Druckverlust eine runde Form garantieren.

Ebenfalls sowohl bei Anhängern wie motorisierten Mobilheimen sollten zusätzlich die Stützen ausgefahren werden. Ziel sollte es sein, so viel Last wie möglich von den Reifen wegzunehmen. Und ganz wichtig: Wenn Hänger oder Mobil abgestellt werden, keinesfalls die Bremsen anziehen. Bremsscheiben und -trommeln sowie deren Betätigungsseile und die ganze Mechanik setzen bei Nichtbenutzung rasend schnell Rost an, können dadurch regelrecht festrosten und das Fahrzeug festsetzen.

5. Abstellen

Wenn all diese Schritte getan sind, darf die Überwinterung beginnen. Dazu das Fahrzeug dann auf die Reifenwiegen stellen, es hochbocken. Anschließend gut verschließen, die Schlösser und Sperren anbringen und etwaige Alarmanlagen scharf schalten. Aus versicherungsrechtlichen Gründen empfiehlt es sich, nun einige Fotos vom Außenbereich des Fahrzeugs zu machen, falls es zu irgendwelchen Vandalismusschäden oder Diebstahlversuchen kommt. Dann sollte, auch unter Car Ports, erst recht aber freiem Himmel, eine Plane übergezogen werden. Bitte niemals Kunststoff verwenden, sondern nur wasserabweisende, aber atmungsaktive Planen. Der Camping-Fachhandel hält hier mehr als genug Auswahl bereit. Und dann darf der Winter kommen.

Der Artikel "So kommen Wohnmobile und -wagen gut durch den Winter" wurde am 11.12.2018 in der Kategorie Ratgeber von Redaktion mit den Stichwörtern So kommen Wohnmobile und -wagen gut durch den Winter, Tipp & Infos, veröffentlicht.

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