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Marke oder Noname: Worauf es beim Kauf von Winterreifen tatsächlich ankommt.

26. Oktober 2018
Redaktion
Marke oder Noname: Worauf es beim Kauf von Winterreifen tatsächlich ankommt.
@ pixel2013 (CC0-Lizenz)/ pixabay.com
Sparen ist toll? Umso günstiger, desto besser? Jeder Cent wird umgedreht? Das mag in vielen Bereichen stimmen, doch sehen das viele Autofahrer komplett anders. Und diese Weisheit dürfte auch nun wieder zutreffen, denn etliche Autos werden mit den teureren Rädern bestückt.

Der Wechsel von Sommer- zu Winterreifen steht jedes Jahr aufs Neue an. Doch hierzulande tun sich Autofahrer mit der Wahl der passenden Reifen durchaus schwer. Gerade die besonders günstigen Modelle haben es schwer. Wenn nun schon wieder der Wechsel auf die winterlichen Räder ansteht, worauf sollten Autofahrer bei der Wahl ihrer neuen Radausstattung achten? Dieser Artikel schaut sich das Thema einmal an.

Wie viel Geld lässt sich bei Winterreifen sparen?

Diese Frage ist meist schwer zu beantworten. Grundsätzlich wären für viele Kfz-Halter Ersparnisse von bis zu 55 Prozent möglich, wenn sie sich von den bekannten Reifenmarken abwenden und chinesischen Fabrikaten vertrauen würden. Laut einer aktuellen Analyse von idealo tun das allerdings lediglich drei Prozent der Nutzer des Shoppingportals. Ganze 97 Prozent setzen hingegen auf Premiummarken wie Continental, Dunlop oder Nokian. Doch kommt es auch auf andere Faktoren an:

Kaufort

Die günstigsten Winterreifen gibt es zumeist im Internet. Das liegt natürlich mit daran, dass Kfz-Besitzer hier eine unglaubliche Vergleichsmöglichkeit haben und unzählige Shops und Händler auf günstige Preise hin testen können. Im stationären Handel bestehen fast immer Einschränkungen. Die Werkstätten arbeiten meist mit bestimmten Herstellern zusammen oder greifen auf bestimmte Lieferanten zurück.

Kaufzeit

Bei Winterreifen passiert etwas Interessantes: Das Gesetz der Nachfrage zum Zweck der Preisbestimmungen funktioniert nämlich nicht. Während im Regelfall eine erhöhte Nachfrage einen Preisanstieg zur Folge hat, sinkt bei den Winterreifen der Preis zwischen Juli und Oktober beständig. Wer erst Ende Oktober oder Anfang November zuschlägt, der zahlt den günstigsten Preis.

Reifen

Der Reifen selbst bestimmt den Preis. Umso größer und breiter er ist, desto teurer ist er. Zudem kommen natürlich noch weitere Faktoren hinzu. Handelt es sich um spezielle Reifen, die mit Gel gefüllt sind? Ist es ein reiner Winterreifen oder ein Allwetterreifen? Ist es ein üblicher Winterreifen oder gehört er zu den neuesten Entwicklungen aus dieser Saison?

Komplettrad

Zuletzt sind Kompletträder, also Reifen mit Felge, immer teurer, als die puren Reifen. Kompletträder können auch selbst gewechselt werden, während ein reiner Reifen stets von einer Werkstatt auf die Felge gezogen und gewuchtet werden muss.

Interessant ist übrigens auch, dass Winterreifen bislang nicht so häufig im Internet gekauft werden. Die Gründe hierfür dürften aber vielfach praktischer Natur sein: Online gekaufte Räder müssten wahlweise ohnehin in die Werkstatt transportiert werden, oder aber, sie sind unhandlich bei der Lieferung. Da sie per Spedition kommen, ist die Annahme auch nicht immer einfach möglich. Es gibt allerdings genügend Shops, die mit Werkstätten zusammenarbeiten und eine Lieferung gleich zur Werkstatt ermöglichen.

Gibt es große Qualitätsunterschiede bei Winterreifen?

Wer davon ausgeht, dass ein bekannter Name oder ein hoher Preis gleichzusetzen mit einer hervorragenden Qualität sind, der irrt sich. Bezüglich Winterreifen stellte erst jetzt der ADAC fest, dass die teuren Modelle kaum besser sind, als die günstigen von unbekannteren Herstellern. Oftmals suggeriert der Name schlichtweg die bessere Qualität. Grundsätzlich gilt:

Grip

Wem die Fahrtauglichkeit auf Eis oder Schnee wichtig ist, der sollte bei der Wahl von Winterreifen genau auf diesen Punkt achten. Besonders Autofahrer der östlichen und südlichen Bundesländer mit viel Schnee oder auch eisigen Straßen sollten eher auf die Griffigkeit der Reifen achten - dasselbe gilt für Vielfahrer. Bekanntere Hersteller arbeiten teils ein Jahr vor der Konkurrenz mit neuen Profilen oder Profilrichtungen, sodass hier Vorteile herrschen können.

 

Verschleiß

Für all die Autofahrer in den Bundesländern, in denen der Winter eher nass denn weiß und eisig ist, ist der Verschleiß oft wichtiger. Wer sich zu den Vielfahrern zählt, interessiert sich zudem für den Kraftstoffverbrauch, der durch die Winterreifen entsteht. In diesen Punkten schneiden die unbekannteren Reifenhersteller oft gleichwertig oder nur minimal schlechter mit den bekannten Marken ab - ein Umstieg kann sich also lohnen.

Wer in einem deutschen Onlineshop oder in der Werkstatt einen Reifen kauft, kann bereits darauf vertrauen, dass es sich um ein gutes Modell handelt. Nicht für die deutschen - und europäischen - Straßen zugelassene Modelle dürfen überhaupt nicht verkauft werden.

Was sollte beim Kauf beachtet werden?

Je nach Bundesland fragen sich Autofahrer durchaus, warum sie sich den Stress mit dem ewigen Wechsel überhaupt antun. In NRW mag zwar verkehrstechnisch die Welt aus Prinzip bei einer einzelnen Schneeflocke untergehen, doch Winter gibt es kaum. Müssen es dann wirklich Winterreifen sein? Dass für den Winter eine andere Bereifung notwendig ist, ist übrigens kein Gesetz, doch eine Vorschrift. Wer bei Winterwetter mit unzureichender Bereifung unterwegs ist, riskiert ein Bußgeld. Und: Wer einen Unfall verursacht, bleibt mitunter auf den Kosten sitzen - gerade bei Kaskoversicherungen. Also, was gilt?

Jahresreifen

Sie lohnen sich nur in Regionen, in denen Eis und Schnee kaum vorkommen. Auf ein wenig Matsch sind sie durchaus ausreichend, doch in echtem Schnee haben sie ihre Probleme. Wichtig ist, daran zu denken, dass im Sommer der Bremsweg größer ist. Zudem sind die Jahresreifen eher für Kleinwagen gedacht.

Wechselzeit

Ostern runter, Oktober rauf - das ist die Devise. Bei sehr kalten Frühjahrstagen oder im warmen Herbst können Autofahrer natürlich auch warten, sofern sie nicht längst schon einen Termin vereinbart haben. Wenn nicht: Wer keine Wartezeit wünscht, sollte den goldenen Herbst ausnutzen.

Testberichte

Wer online kauft, doch auch beim Kauf im örtlichen Handel, sollte ruhig mal die Testberichte des ADAC lesen und die einzelnen Modelle miteinander vergleichen. Gerade in den Punkten Verschleiß und Verbrauch schneiden die unbekannten Hersteller absolut solide ab und Autofahrer können hier echtes Geld sparen.

Fazit - über den Tellerrand schauen

Gerade bei Winterreifen lohnt es sich, auch mal abseits der bekannten Hersteller zu schauen und sich an Testberichten zu orientieren. Online sind nun enorme Ersparnisse möglich, denn die chinesischen Marken können mit den bekannten Herstellern durchaus mithalten. Ansonsten lohnt sich auch die Frage zu stellen, ob es wirklich ein Winterreifen sein muss. Alljahresreifen eignen sich für viele Bereiche und ersparen Autofahrern zumindest den ständigen Wechsel. Doch Vorsicht: Bei dieser Variante muss regelmäßig ein neuer Reifensatz erworben werden.

Der Artikel "Marke oder Noname: Worauf es beim Kauf von Winterreifen tatsächlich ankommt." wurde am 26.10.2018 in der Kategorie Specials von Redaktion mit den Stichwörtern Marke oder Noname: Worauf es beim Kauf von Winterreifen tatsächlich ankommt., Event, Messe, veröffentlicht.

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