Ratgeber

EU-Reimporte: Sparen beim Autokauf

9. Oktober 2018
Redaktion
EU-Reimporte: Sparen beim Autokauf
@ niekverlaan (CC0-Lizenz)/ pixabay.com
Der Kauf eines Neuwagens ist eine längerfristige Entscheidung.

Der Kauf eines Neuwagens ist eine längerfristige Entscheidung. Viele Menschen sparen jahrelang, bis sie sich ihren Traumwagen leisten können. Günstiger wäre vielleicht ein Gebrauchtwagen, doch deren Garantie ist meist abgelaufen und viele fürchten unüberschaubare Reparaturen. Bei Gebrauchtwagen lässt sich zudem die Ausstattung nicht individuell auswählen. Auch durch die aktuelle Diskussion um Emissionen und Fahrverbote greifen immer mehr Menschen sicherheitshalber auf modernste Neuwagentechnik zurück.

Reimporte: der hohe Verkaufspreis lässt sich reduzieren

Durchschnittlich etwa 30.000 € geben die Deutschen für einen Neuwagen aus. Ein fabrikneues Auto ist eine stattliche Investition, selbst wenn Rabatte und Umweltprämien abgezogen werden können. - Doch es geht auch günstiger! Wer ein wenig recherchiert, stößt schnell auf EU-Reimporte. Das sind fabrikneue Fahrzeuge, die in oder für andere EU-Länder produziert wurden. Von der Qualität entsprechen sie zu 100 % den heimischen Neuwagen, oft sind Exportmodelle sogar besser ausgestattet.

Der Unterschied im Preis erklärt sich durch mehrere Faktoren:

  • Durch das unterschiedliche soziale und ökonomische Niveau in verschiedenen EU-Staaten bieten die Hersteller ihre Autos jeweils zu unterschiedlichen Preisen an. Anderenfalls wären Premiumfahrzeuge in schwachen EU-Staaten nur schwer verkäuflich.
  • Unterschiedliche Steuersätze in den einzelnen EU-Staaten führen zu verschiedenen Endpreisen für EU-Fahrzeuge. Luxussteuern auf Autos, etwa in den Niederlanden oder Dänemark, fallen für Reimporte nicht an.
  • Reimporteure profitieren zudem von Großabnehmerrabatten sowie geringeren Logistik- und Verwaltungskosten, wenn sie die EU-Neufahrzeuge auf Bestellung online, statt in aufwändigen Autohäusern anbieten.

Reimporte entsprechen heimischen Fahrzeugen in Qualität und Zulassungsstandards

In der Summe kann die Ersparnis gegenüber der Preisempfehlung des Herstellers für einen heimischen Neuwagen bei einem EU-Reimport über 40 % des Endpreises liegen. Auch EU-Neuwagen können bei der Bestellung nach den Käuferwünschen individualisiert werden. Die EU-Reimporte entsprechen zu 100 % den heimischen Standards. Sie bekommen sofort 3 Jahre Neuwagen-TÜV, die Zulassung ist problemlos und alle Garantieleistungen werden vom örtlichen Vertragshändler übernommen.

EU-Neuwagen noch günstiger selbst importieren?

Geht es noch günstiger, wenn jemand den Reimport selbst übernimmt und seinen EU-Neuwagen direkt in Rumänien oder Italien abholt? - Möglich ist das, billiger wahrscheinlich nicht. Zum einen bekommt ein Privatkunde beim örtlichen Händler keinen Mengenrabatt, zum anderen muss er Recherche, Reise, Verhandlungen und Transport selbst übernehmen. Dabei geht es nicht nur um die Organisation eines Trailers, Überführungskennzeichen, die Versicherung oder die Formalitäten an verschiedenen Grenzen. Der Vertrag muss in einer fremden Sprache ausgehandelt werden, eine EG-Übereinstimmungsbescheinigung/COC ist für die Zulassung unerlässlich und auch die Garantiepapiere müssen stimmen, damit es in Deutschland nicht zu unliebsamen Überraschungen kommt.

EU-Importeure mit Erfahrung sind die sicherere Wahl

Professionelle Reimporteure wie Europemobile übernehmen all diese Organisationsschritte und verkaufen den EU-Neuwagen nach deutschem Recht. Ein paar Klicks am PC genügen und nach 3-4 Monaten wird das Traumfahrzeug auf Wunsch vor die Haustüre geliefert, sogar Finanzierungen und Leasingmodelle sind möglich.

Warum liegen günstige EU-Neuwagen unter 10 % der Gesamtverkäufe?

Bleibt die Frage, warum der Anteil der günstigen EU-Reimporte in Deutschland immer noch unter 10 % liegt. Dafür gibt es eine demografische und eine ökonomische Erklärung. Teure Neuwagen werden in Deutschland überwiegend von solventen Menschen ab 40 Jahren gekauft, und die vertrauen bei einer solchen Investition weniger dem Internet, als dem persönlichen Kontakt und der Probefahrt beim Händler vor Ort. Jüngere Menschen kaufen zwar gerne online, für Neuwagen fehlt vielen aber das Geld.

Vertragshändler kontern mit Tageszulassungen und gehen selbst online

Der ökonomische Aspekt ist: auch die Autohäuser schlafen nicht. Nur noch gut 30 % der Neuwagen werden traditionell nach Katalog mit den gewünschten Extras vom Vertragshändler an Kunden verkauft. Knapp 35 % der Neuwagen sind mittlerweile geleaste Firmenwagen. Gut 35 % des Neuwagenangebots der deutschen Autohäuser sind Eigenzulassungen. Durch die kurze Erstzulassung können die Vertragshändler die neuwertigen Fahrzeuge mit erheblichen Rabatten anbieten und konkurrieren so mit den EU-Reimporten. Ihr Vorteil: das Fahrzeug ist sofort verfügbar, ansehen, anfassen und Probefahrt sind möglich. Ihr Nachteil: eine Individualisierung von Farbe, Motorisierung oder Ausstattung wie bei einem Bestellfahrzeug ist nicht mehr möglich.

Neuwagenhandel wird sich nicht vollständig ins Netz verlagern

Günstige EU Neuwagen sind auch künftig unterhalb der Herstellerempfehlungen erhältlich, zumal größere EU-Anpassungen von Lebensstandards oder Steuern nicht in Sicht sind. Doch der Preis wird auch in Zukunft für viele Kunden nicht das einzige Kaufkriterium für ein Auto bleiben. Kampflos geben sich die Autohäuser dem digitalen Handel nicht geschlagen. Im Gegenteil, die Mehrzahl bietet Ihre Fahrzeuge mittlerweile selbst online an. Von der Konkurrenz zwischen Reimporten und Vertragshändlern profitiert am Ende der Kunde.

Der Artikel "EU-Reimporte: Sparen beim Autokauf" wurde am 09.10.2018 in der Kategorie Ratgeber von Redaktion mit den Stichwörtern EU-Reimporte: Sparen beim Autokauf, Tipp & Infos, veröffentlicht.

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