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Suzukis kleiner Sportler: Let's Swift again

13. August 2018, 09:52 Uhr
Mirko Stepan
Kleinwagen sind etwas für Fahranfänger oder Hausfrauen, so der Irrglaube mancher Autobesitzer. Denn viele sind besser als ihr Ruf und weit mehr als motorisierte Einkaufswagen. Aktuelles Beispiel: der Suzuki Swift Sport. Der macht dank seiner Größe in der City eine gute Figur und zeigt außerhalb der Stadtgrenzen sein wahres Gesicht.


Kleinwagen sind etwas für Fahranfänger oder Hausfrauen, so der Irrglaube mancher Autobesitzer. Denn viele sind besser als ihr Ruf und weit mehr als motorisierte Einkaufswagen. Aktuelles Beispiel: der Suzuki Swift Sport. Der macht dank seiner Größe in der City eine gute Figur und zeigt außerhalb der Stadtgrenzen sein wahres Gesicht.

Am 23. Juni ist das Topmodell der neuesten Swift-Generation zu den Händlern gerollt - und es zeigt sich gegenüber dem Vorgänger deutlich sportlicher. Zwar leistet der neue 1,4 Liter große Turbo-Benziner nur 3 kW/4 PS mehr, die Leistung ist also auf 103 kW/140 PS angewachsen. Einen deutlichen Sprung hat allerdings das Drehmoment gemacht, 230 Newtonmeter stehen aktuell im Datenblatt, 70 Newtonmeter mehr als der alte Saugmotor. Das macht sich beim Tritt aufs Gaspedal sofort bemerkbar. Der kleine - in unserem Fall in "Champion Yellow" lackierte - Flitzer hängt recht direkt am Gas, das maximale Drehmoment steht bereits bei 2.500 bis 3.500 Touren bereit.

Das verleitet den Fahrer zu einer sportlichen Fahrweise, da dann der Spaßfaktor besonders groß ist. Auch wenn der Swift Sport in schnellen Kurven etwas zum Untersteuern neigt und das mit Monroe-Stoßdämpfern vorne und hinten, verstärkten Stabilisatoren und Lagern vorne sowie steiferer Verbundlenkerachse hinten optimierte Fahrwerk einen Hauch straffer ausfallen dürfte - vor allem bei hohem Tempo ab 180 km/h fühlt sich der lediglich 1.045 Kilo wiegende Fünftürer auf der Vorderachse etwas schwammig an: sein Namenszusatz "Sport" kommt nicht von ungefähr. Es macht einfach Spaß mit dem kleinen Japaner mit Sechsgang-Schaltgetriebe über Landstraßen und durch Kurven zu räubern und deutlich dickeren Autos das Hinterteil zu zeigen. Nach 8,1 Sekunden ist Tempo 100 erreicht, 210 km/h beträgt die Höchstgeschwindigkeit. Der Swift Sport ist nicht unbedingt für gemütliches Dahingleiten gebaut, dafür reicht der normale Swift aus - der Giftzwerg will beim Ausritt die Sporen spüren. Sein Durst hält sich dabei in Grenzen. 7,2 Liter zeigt der Bordcomputer nach den nicht unter Spritspar-Gesichtspunkten durchgeführten Testfahrten an.

Natürlich hat Suzuki beim flinken Kleinen auch optisch gegenüber dem Standard-Swift eine Tuning-Schippe draufgepackt. Seitenschweller im Carbon-Look gehören genauso zum Paket wie die Frontschürze mit Spoiler-Lippe, der Dachkantenspoiler, die Heckschürze inklusive Diffusor und zwei Auspuff-Endrohre oder die Alu-Sportpedale und das unten abgeflachte Sportlenkrad. Dank gering gewachsener Außenmaße (Radstand plus 20 Millimeter, Fahrzeugbreite und Spurweite jeweils plus 40 Millimeter) und dem markanten Kühlergrill wirkt der Kleinwagen erwachsener.

Innen hat Suzuki in Sachen Materialqualität zwar kein Feuerwerk abgebrannt, für die Preisklasse aber ordentlich geliefert. Kunststoff dominiert das Interieur, lediglich rote Zierblenden in den Türverkleidungen und im Armaturenbrett lockern hier ein wenig auf. Schade, dass es diese nicht auch in Wagenfarbe gibt, hier würden sich einige Käufer sicherlich gerne in Sachen Individualisierung austoben. Die Verarbeitung macht einen soliden Eindruck, und das Infotainment-System bietet alles, was insbesondere jüngere Käufer mögen: Auf dem 7-Zoll-Touchscreen lassen sich beispielsweise via Apple CarPlay oder Android Auto diverse Apps ins Fahrzeug holen.

Die Sportsitze mit integrierten Kopfstützen sind für eher schmale Piloten- und Co-Piloten gedacht, insbesondere die Sitzfläche ist recht eng geschnitten. Dafür darf sich derjenige, der perfekt ins Gestühl passt, über ausreichend Seitenhalt freuen. Richtig gelungen sind die Digitalanzeigen für Ladedruck und Öltemperatur, die den sportlichen Charakter des Autos unterstreichen.

Leicht macht es Suzuki seinen Kunden in Sachen Sonderausstattung. Für den Swift Sport gibt es tatsächlich nur ein einziges Extra, das ist die Metallic-Lackierung für 500 Euro. Ansonsten ist im Kaufpreis von 21.400 Euro alles enthalten, was es für den Swift gibt. Unter anderem ein adaptiver Abstandstempomat (ACC), der bei dichtem Verkehr eine echte Hilfe ist, Klimaautomatik, Sitzheizung für die Vordersitze, Multi-Mediasystem inklusive Navi, Müdigkeits- und Spurhalte-Assistent, Rückfahrkamera, LED-Scheinwerfer und -Rückleuchten, 17 Zoll große Alufelgen und vieles mehr.

Mit dem Swift Sport hat Suzuki einen kleinen Wirbelwind im Programm, der mit Blick auf seine Ausstattung und dem sich bietenden Fahrspaß ein richtig gutes Preis-Leistungs-Verhältnis vorweisen kann. Und der allen Nörglern zeigt, dass Kleinwagen keine Langweiler sein müssen.

Mirko Stepan / mid

Technische Daten Suzuki Swift Sport 1.4 Boosterjet:
Fünftüriger Kleinwagen, Länge/Breite/Höhe/Radstand in Millimeter: 3.890/1.735/1.480/2.450, Leergewicht: 1.045 kg, Zuladung: 400 kg, Gepäckraum: 265 bis 579 Liter, Tankinhalt: 37 Liter. Preis: 21.400 Euro.
Motor: Vierzylinder-Turbo-Benziner, Hubraum: 1.373 ccm, Leistung: 103 kW/140 PS bei 5.500 U/min, max. Drehmoment: 230 Nm bei 2.500 bis 3.500 U/min, Kraftübertragung auf die Vorderräder mit Sechsgang-Schaltgetriebe, 0 bis 100 km/h: 8,1 s, Höchstgeschwindigkeit: 210 km/h, Normverbrauch kombiniert: 5,6 l/100 km Superbenzin, CO2-Ausstoß: 125 g/km, Abgasnorm: Euro-6d-Temp.

Der Artikel "Suzukis kleiner Sportler: Let's Swift again" wurde am 13.08.2018 in der Kategorie News von Mirko Stepan mit den Stichwörtern Auto, Kleinwagen, Sport, Fahrwerk, Assistenzsystem, Turbolader, News, veröffentlicht.

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