Umwelt

Umweltbewusstsein der Autofahrer nimmt deutlich zu

31. Juli 2018
Redaktion
Umweltbewusstsein der Autofahrer nimmt deutlich zu
Mehr als die Hälfte der E-Autofahrer nutzt ihren Stromer für die Fahrt zur Arbeit - und kann ihn idealerweise auch dort aufladen. NewMotion
Der Querschnitt der in der Schweiz zugelassenen Straßenfahrzeuge erlebt aktuell einen gravierenden Wandel.

Der Querschnitt der in der Schweiz zugelassenen Straßenfahrzeuge erlebt aktuell einen gravierenden Wandel. Das belegen die Zahlen, welche das Bundesamt für Statistik der Schweizerischen Eidgenossenschaft für das Jahr 2016 und 2017 vorgelegt hat. Daraus ergibt sich auch, dass sich das verstärkte Bewusstsein für die Notwendigkeit des Umwelt- und Klimaschutzes mittlerweile sehr deutlich auf das Kaufverhalten auswirkt.

Ein interessanter Fakt aus diesen Statistiken ist, dass der Motorisierungsgrad in den einzelnen Regionen der Schweiz signifikante Unterschiede aufweist. Vor allem bei den Städtern ist ein seriöser Autoankauf neuerdings sehr gefragt. Schon im Jahr 2016 haben sich viele Städter offenbar dazu entschieden, ihr Fahrzeug abzugeben oder von vornherein auf ein Auto ganz zu verzichten. Die Zahl der zugelassenen Straßenfahrzeuge pro 1.000 Einwohner war in den Metropolen Genf und Basel am niedrigsten. In Genf stieg die Motorisierungsquote lediglich bis zu Jahrtausendwende und fiel danach kontinuierlich. In Basel setzte diese Trendwende im Jahr 2012 ein. Selbstverständlich macht sich dabei neben dem Umwelt- und Klimabewusstsein auch die Tatsache bemerkbar, dass größere Städte eine besonders dichte Erschließung mit öffentlichen Verkehrsmitteln aufweisen. Dadurch stellt der Verzicht auf ein eigenes Fahrzeug im Alltag keine erhebliche Einschränkung dar.

Auch die 2017 ermittelten Trends sind äußerst interessant

Im Jahr 2017 fiel die Anzahl der Neuzulassungen in der Schweiz bei Personenkraftwagen im Vergleich zum Vorjahr um 1,3 Prozent. Besonders stark ist mit 9,4 Prozent der Rückgang der Neuzulassungen bei Dieselfahrzeugen. Verwunderlich ist das angesichts des Dieselskandals bei mehreren namhaften Fahrzeugherstellern nicht. Hinzu kommt die Tatsache, dass viele Schweizer in Deutschland arbeiten. Dort müssen Umweltzonen in den Städten und Streckenfahrverbote für Dieselfahrzeuge mit älteren Abgasnormen beachtet werden. Alles zusammen sorgt für ein deutlich nachlassendes Interesse an Personenkraftwagen mit Dieselmotor.

Welche Motorisierungen sind bei den Schweizern aktuell besonders beliebt?

Bei den Personenkraftwagen geht der Trend eindeutig in Richtung Hybridfahrzeuge und Elektroautos. Die Zahl der neu zugelassenen Elektroautos stieg 2017 im Vergleich zum Vorjahr um stolze 39,8 Prozent. Hier spielen mehrere Faktoren eine Rolle. Einerseits sind die Elektroautos sehr umweltfreundlich. Durch die mittlerweile erfolgende Produktion in größeren Serien sind die anfänglich extrem hohen Preise stark gesunken. Auch die sich kontinuierlich vergrößernden Reichweiten tragen zur Steigerung der Beliebtheit von Personenkraftwagen mit Elektromotor bei. Hinzu kommen der rasch voranschreitende Ausbau der zum Aufladen der Akkus notwendigen Infrastrukturen sowie Tatsache, dass viele Eigenheimbesitzer in der Schweiz ihre Häuser inzwischen mit einer Solaranlage ausgestattet haben und dadurch daheim die Akkus „zum Nulltarif“ laden können.

Aber auch die Hybridfahrzeuge haben kräftig zugelegt. In dieser Sparte weist das Statistische Bundesamt der Schweizerischen Eidgenossenschaft von 2016 auf 2017 ein Plus von 11,9 Prozent aus. Das alles zusammen hat dazu geführt, dass Dieselfahrzeuge bei den Neuzulassungen im Jahr 2017 gerade einmal noch einen Anteil von 36,1 Prozent aufwiesen. Das ist der niedrigste Marktanteil, der seit 2011 verzeichnet wurde.

Schweizer Kunden bevorzugen den Allradantrieb

Wenn Fahrzeuge beim Autoverwerter landen und durch Youngster oder Neuwagen ersetzt werden, greifen die Kunden in der Schweiz immer öfter zum Fahrzeug mit Allradantrieb. Die Sparte dieser Personenkraftwagen erlebte 2017 im Vergleich zum Vorjahr eine Steigerung um 6,9 Prozent bei den Zulassungen. Die Zulassungen für Fahrzeuge mit Vorderradantrieb sanken zeitgleich um 1,2 Prozent und es wurden 1,6 Prozent weniger Personenkraftwagen mit Hinterradantrieb zugelassen. Mittlerweile fährt in der Schweiz jeder dritte Personenkraftwagen mit Allradantrieb. Im Jahr 2000 lag dieser Anteil noch bei 14,3 Prozent. Dieser Trend ist in den geologischen Besonderheiten des Landes begründet. Der überwiegende Teil der Landesfläche ist gebirgig. Rund die Hälfte des Territoriums der Schweiz gehört zum alpinen Gelände und weitere 12 Prozent entfallen auf das Voralpenland. Vor allem bei Fahrten im Gebirge kommen die Vorteile des Allradantriebs besonders gut zum Tragen. Deshalb muss dieser Trend auch nicht wirklich wundern.

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