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E-Bikes: Tuning erhöht die Geschwindigkeit - und das Risiko

11. Juli 2018, 13:28 Uhr
Lars Wallerang
E-Bikes: Tuning erhöht die Geschwindigkeit - und das Risiko
mid Groß-Gerau - Mit Tuning können E-Bikes bis zu 75 km/h schnell werden. Auf öffentlichen Straßen darf man mit solchen "Raketen" aber nicht unterwegs sein. Bosch eBike Systems
Höher, schneller, weiter - beim Tuning geht es um rasantes Fahren. Auch unter Fahrern von E-Bikes hat sich eine Tuning-Szene gebildet. Doch Experten raten zur Vorsicht.


Höher, schneller, weiter - beim Tuning geht es um rasantes Fahren. Auch unter Fahrern von E-Bikes hat sich eine Tuning-Szene gebildet. Doch Experten raten zur Vorsicht. Pedelecs unterstützen ihren Fahrer, solange dieser in die Pedale tritt. E-Bikes besitzen hingegen einen tretunabhängigen Antrieb und gelten somit als Leichtmofa, wenn sie unter anderem nicht mehr als 500 Watt Leistung bereitstellen und eine Höchstgeschwindigkeit von nicht mehr als 20 km/h erreichen. E-Bikes, die bis zu 25 km/h schnell werden, gelten als Mofa.

Manchem Verkehrsteilnehmer ist das nicht rasant genug. Die Zweiräder mit Elektromotor auf höhere Geschwindigkeiten zu bringen, ist für gewiefte Tuner kein allzu großes technisches Problem. Rechtlich und sicherheitstechnisch allerdings schon, sagen Experten des Versicherers ARAG.

Durch Dongles und Chip-Tuning überschreiten die E-Bikes die vom Gesetzgeber vorgeschriebenen Höchstgeschwindigkeiten um einiges. Die Funktionsweise des Dongles ist simple: Ab einer Geschwindigkeit von 20 km/h wird die auf dem Display angezeigte Geschwindigkeit halbiert. Somit schaltet die Motorunterstützung nicht bei 25 km/h ab, sondern erst bei realen 50 km/h. Auch beim Chip-Tuning wird die angezeigte Geschwindigkeit manipuliert. Je nach Antriebssystem bestehen noch weitere Möglichkeiten, die maximale Unterstützung des E-Bike-Motors heraufzusetzen - sogar auf bis zu 75 km/h.

Ein durch Speed-Tuning modifiziertes E-Bike darf nicht im Geltungsbereich der StVZO bewegt werden. Heißt im Klartext: Das getunte E-Bike darf nur auf Privatgrund gefahren werden. Die meisten Tuning-Sets können daher deaktiviert oder abmontiert werden, damit das E-Bike auch im öffentlichen Verkehr genutzt werden kann. Trotzdem warnen die Experten vor dem technischen Kniff. Denn der Tuner verliert unter Umständen die Garantieansprüche auf seinen E-Bike-Antrieb, wenn die Modifizierung einmal aktiviert wurde. Auch Versicherungsansprüche sind mit einem getunten E-Bike in der Regel nicht gedeckt. Selbst bei unverschuldeten Unfällen können so Ersatzansprüche erlöschen oder gekürzt werden.

Der Artikel "E-Bikes: Tuning erhöht die Geschwindigkeit - und das Risiko" wurde am 11.07.2018 in der Kategorie News von Lars Wallerang mit den Stichwörtern E-Bike, Versicherung, Sicherheit, News, veröffentlicht.

E-Bike, Versicherung, Sicherheit

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