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Audi RS 4 Avant: König des Asphalts

12. April 2018, 10:21 Uhr
Dieter Schwab 6
6Audi RS 4 Avant: König des Asphalts
mid Groß-Gerau - Schnelltransporter: Der Audi RS 4 Avant ist bestens für Express-Fahrten geeignet. Jutta Leis / mid
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Der RS 4 Avant - in Audis kleiner RS-Familie ist er für die Expresslieferungen zuständig. So schnell, wie der RS 4 Avant im Kombi-Laderaum verstaute Ware zustellt, kann die Kühlkette nicht abreißen.


Er ist das ideale Fahrzeug für Express-Lieferungen: Der Mittelklasse-Kombi besticht mit herausragenden Fahreigenschaften - 600 Nm Drehmoment schon bei 1900 U/min. In Audis kleiner RS-Familie ist er für die Expresslieferungen zuständig. So schnell, wie der RS 4 Avant im Kombi-Laderaum verstaute Ware zustellt, kann die Kühlkette nicht abreißen.

Für die Fans extrem sportlicher Fahrzeuge, denen man ihr Potenzial erst auf den zweiten Blick ansieht, ist der RS 4 der uneingeschränkte König des Asphalts. Dass der Mittelklasse-Kombi dann auch noch - mit eineinhalb zugedrückten Augen - als Familienkutsche durchgeht, macht ihn fast unwiderstehlich. Einer weiteren Verbreitung stehen nur zwei Argumente entgegen, die in der Regel aber entscheidend sind: der Preis von mindestens 81.600 Euro und der Verbrauch im Praxistest von 12,8 Litern Super plus.

Ob das Preis-Leistungsverhältnis stimmt, ist eine für über 90 Prozent der Pkw-Fahrer rein akademische Frage, denn ihr Einkommen wird sie nie in Versuchung führen, den RS 4 in die eigene Garage zu holen. Wer die finanzielle Hürde überspringt, hat sich vorher sicher ausreichend informiert: Sechszylinder-Biturbo, 450 PS, 600 Nm, von Null auf Hundert in 4,1 Sekunden, 280 km/h Höchstgeschwindigkeit. Nüchterne Zahlen, die nicht im Ansatz wiedergeben, was die Faszination dieses Fahrzeugs ausmacht.

Die Faszination der Erde liegt auf dem Rücken der Pferde - in diesem Fall von 450 Pferden, deren Kraft schon beim geringsten Druck aufs Gaspedal entfesselt wird. Das liegt aber nicht nur an den üppig vorhandenen Pferdestärken, sondern in erster Linie an Diesel-verdächtigen 600 Nm Durchzugskraft, die dem eiligen Chauffeur schon ab 1.900 U/min bereitwillig zur Verfügung gestellt wird.

Fast schlupffrei - dank Quattro-Antrieb mit Sportdifferential - wird die Leistung in Vortrieb umgewandelt. Natürlich macht es dabei einen Unterschied, ob es geradeaus geht, oder um die Ecke. In Kurven wird die Kraftverteilung (60 Prozent hinten, 40 vorne) zum agilitätssteigernden Moment. Dank der sündhaft teuren Keramikscheiben (6.000 Euro) und der überragenden Fahrstabilität liegt der Bremspunkt so nah an der Kurve, dass man sich zunächst nicht so schnell so weit nach vorne wagt. Mit der sagenhaft direkten und rückmeldungsstarken Lenkung lässt sich der RS 4 in die Kehre wuchten. Und früh am Scheitelpunkt geht es bereits wieder aufs Gas, weil die Kraft von hinten fleißig und leicht übersteuernd beim Einlenken mitarbeitet.

Man kann sich hart am Grenzbereich entlang hangeln, ohne das Gefühl zu haben, den Ingolstädter zu verlieren. Das ist die Paradedisziplin des RS 4. Kein vergleichbares Fahrzeug erreicht dieses Niveau. Platte Vergleiche wie "Fahren auf Schienen" oder "Kleben auf der Straße" können das Live-Erlebnis hinter dem Steuer nicht transparent machen. Allein für diese in die Serienfertigung eingeflossenen Erkenntnisse hat sich der Einsatz von Audi in der DTM-Rennserie gelohnt.

Was den Wagen sonst noch so sympathisch wirken lässt, ist sein vergleichsweise unspektakulärer Auftritt zu diesem spektakulären Fahrvergnügen. Mächtige Lufteinlässe, für die fetten Schlappen (275/30 R 20) ausgestellte Kotflügel, Frontspoiler, Heckdiffusor und mächtige Auspuffrohre lassen keinen Zweifel daran, dass es sich hier um einen besonders sportlichen Ableger seines Gen-Spenders A4 handelt. Aber das bleibt sehr dezent und wirkt alles andere als halbstark.

Das Interieur ist fast unverändert von A4 und A5 übernommen. Angereichert durch das Sportlenkrad, die herrlich unterstützenden Sportsitze und - wenn gewünscht - Karboneinlagen an allen Ecken. Die Mitfahrer freuen sich über ein ordentliches Platzangebot. Die große Heckklappe gibt dazu noch einen Raum frei, der 505 Liter Gepäck aufnimmt. Da muss man sich auf Urlaubsreisen nicht groß einschränken.

Die Sicherheitsausstattung ist bereits in der Basisversion vollständig. Bei den Assistenzsystemen lässt Audi noch Optionen für den dicken Geldbeutel: Geschwindigkeitsregelanlage, Park- oder Spurhalteassistent, Head-up-Display und Rückfahrkamera sind einige der Preistreiber. Ob man sie in einem Sportkombi braucht, muss jeder selbst entscheiden. Die Soundanlage von Bang & Olufsen (1.140 Euro) ist eigentlich verzichtbar. Denn den schönsten Sound macht der RS 4 immer noch mit seinem Motor.

Dieter Schwab / mid

Technische Daten Audi RS4 Avant:

Viertürige Limousine der unteren Mittelklasse, Länge/Breite/Höhe/Radstand in Millimeter: 4.781/1.866/1.404/2.826, Leergewicht: 1.790 kg, Zuladung: 515 kg, max. Anhängelast: 1.900 kg, Tankinhalt: 58 l, Kofferraumvolumen: 505 l.

Antrieb: Sechszylinder-Turbobenziner mit Biturbo, Hubraum: 2.894 ccm, Leistung: 331 kW/450 PS bei 5.700/min, max. Drehmoment: 600 Nm bei 1.900/min, 0-100 km/h: 4,1 s, Höchstgeschwindigkeit: 280 km/h, 8-stufige Tiptronic, Allradantrieb, Normverbrauch: 8,8 l Super plus je 100 km, CO2-Ausstoß: 200 g/km, Testverbrauch: 12,8 l, Preis: ab 81.600 Euro.

Der Artikel "Audi RS 4 Avant: König des Asphalts" wurde am 12.04.2018 in der Kategorie Fahrbericht von Dieter Schwab mit den Stichwörtern Auto, Fahrbericht, Test-Bericht, Pressevorstellung, Test, Bericht, Kurztest, Vorstellung veröffentlicht.

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