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Toyota C-HR: Space-Cowboy auf terrestrischer Mission

27. Dezember 2017, 11:49 Uhr
Rudolf Huber 5
5Toyota C-HR: Space-Cowboy auf terrestrischer Mission
mid Groß-Gerau - Der fällt ganz schön aus der Rolle: Toyota hat mit dem neuen C-HR ein Design-Experiment auf die Räder gestellt. Toyota
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Einen Toyota wegen seines Aussehens kaufen? Auch wenn es immer wieder schicke Autos der Marke gegeben hat und gibt, stehen tendenziell doch eher die Technik und die Zuverlässigkeit im Fokus. Doch der C-HR ist ganz anders als die sonstigen aktuellen Toyotas. Er wirkt fast wie von einem anderen Stern und lässt selbst designorientierte Mitbewerber zu Mauerblümchen verkümmern. Aber was kann er noch außer fetzig aussehen?


Einen Toyota wegen seines Aussehens kaufen? Auch wenn es immer wieder schicke Autos der Marke gegeben hat und gibt, stehen tendenziell doch eher die Technik und die Zuverlässigkeit im Fokus. Doch der C-HR ist ganz anders als die sonstigen aktuellen Toyotas. Er wirkt fast wie von einem anderen Stern und lässt selbst designorientierte Mitbewerber zu Mauerblümchen verkümmern. Aber was kann er noch außer fetzig aussehen?

Der C-HR - das Kürzel steht für Coupé High Rider - ist nach dem Willen seiner Erfinder eine Art höhergelegtes Coupé. Dazu passt auch die Basis: Das Fahrwerk ist fein abgestimmt und kooperiert ausgezeichnet mit der gefühlvoll agierenden Lenkung. Da geht was in Sachen Kurvenspaß, keine Frage. Allerdings ist die Motorisierung des Testwagens doch eher zurückhaltend ausgefallen: Der 1,2-Liter-Vierzylinderbenziner liefert gerade mal 116 PS an die Vorderachse, und die auch erst ab 5.200 U/min. Das maximale Drehmoment von 185 Nm steht schon ab 1.500 U/min parat. Das ändert aber nichts an der grundsätzlichen Charakteristik des kleinen Benziners: Wer flott vorankommen will, muss ihn kräftig drehen lassen. Nur gut, dass er das auch gerne mitmacht - und dass sich das aus diesem Grund fleißig genutzte Sechsganggetriebe sehr geschmeidig gibt. 190 Sachen hat der C-HR mit dem Zwölfhunderter-Aggregat maximal drauf, und auch der Wert für den Sprint von 0 auf 100 Sachen darf natürlich nicht fehlen: 10,9 Sekunden benötigt der gut 1,4 Tonnen schwere Schönling mit dem fast schon extraterrestrischen Design. So richtig sparsam kann der auf dem Prius basierende C-HR nicht sein, den 5,9 Litern Normverbrauch pro 100 Kilometer stehen echte 7,3 Liter im mid-Test gegenüber.

Viel Farbe und angenehme, griffsympathische Materialien finden sich im Innenraum des Crossover-Modells, das vorne außer der SUV-typisch erhöhten Sitzposition überraschend viel Platz und Gestühl mit reichlich Seitenhalt bietet. Das ab der zweiten Ausstattungsstufe Flow montierte Multi-Info-Farbdisplay mit 4,2 Zoll Durchmesser, der mit einer Rückfahrkamera gekoppelte 8-Zoll-Farbmonitor mit Touchscreen-Funktion und die wenigen Schalter und Hebel sind logisch sortiert und bereiten bei der Bedienung kein Kopfzerbrechen. Der Zustieg in den Fond durch die optisch geschickt getarnten hinteren Türen ist wegen der stark heruntergezogenen Dachlinie für Großgewachsene ein bisschen unkomfortabel. Die Kopffreiheit im Inneren ist aber größer, als Skeptiker zunächst vermuten. Der Kofferraum ist mit mindestens 377 und maximal 1.160 Liter Volumen keine Offenbarung, für ein doch sehr lifestylig daherkommendes Fahrzeug aber durchaus in Ordnung.

Was bietet Toyota für die mindestens 24.390 Euro, die der C-HR 1,2 l Flow kostet? Eine Zweizonen-Klimaanlage beispielsweise, ein Lederlenkrad mit reichlich Bedientasten, 17 Zoll große Leichtmetallfelgen, Nebelscheinwerfer, Regensensor und ein Digitalradio. Dazu das schon in der Basis eingebaute Pre-Collision System mit Frontkollisionswarner, Notbremsassistent und autonomer Notbremsfunktion sowie Fußgängererkennung, Spurhalte- und Fernlichtassistent. Flow-spezifisch kommt zu diesem ordentlich gefüllten Sicherheitspaket noch die Verkehrsschilder-Erkennung dazu. Hier gibt sich der C-HR definitiv keine Blöße.

Bleibt die Frage: Wer soll dieses vierrädrige Ufo auf terrestrischer Mission eigentlich kaufen? Klar, junge und jung gebliebene Autofahrer mit einem Hang zu ausgefallenen Auftritten werden vom C-HR frontal angesprochen, dazu solche, die bisher mit einem Fahrzeug vom Aussehen eines Nissan Juke geliebäugelt haben oder denen ein NX-Modell der Tochtermarke Lexus zu teuer ist. Singles und kinderlose Paare stellen wohl die Hauptzielgruppe dar - obwohl auch junge Familien mit noch kleinem Nachwuchs ohne Grund zur Reue auf das Designerstück aus Japan abfahren dürften.

Rudolf Huber / mid, Bianca Burger / mid

Technische Daten Toyota C-HR 1.2T Flow:
Fünftüriges Crossover-SUV der unteren Mittelklasse, Länge/Breite/Höhe/Radstand in Millimetern: 4.360/1.795/1.565/2.640, Leergewicht: 1.425 kg, Zuladung: 420 kg, Tankinhalt: 50 l, Kofferraumvolumen: 377 - 1.160 l.
Motor: Vierzylinder-Turbo-Benziner mit Direkteinspritzung, Hubraum: 1.197 ccm, Leistung: 85 kW/116 PS bei 5.200 - 5.600 U/min, max. Drehmoment: 185 Nm ab 1.500/min, 0-100 km/h: 10,9 s, Höchstgeschwindigkeit: 190 km/h, 6-Gang-Schaltgetriebe, Frontantrieb, Normverbrauch: 5,9 l Super/100 km, CO2-Ausstoß: 136 g/km, Preis: ab 24.390 Euro.

Der Artikel "Toyota C-HR: Space-Cowboy auf terrestrischer Mission" wurde am 27.12.2017 in der Kategorie Fahrbericht von Rudolf Huber mit den Stichwörtern Auto, Lifestyle, Fahrbericht, Test, SUV, Coupé, Crossover, Test-Bericht, Pressevorstellung, Test, Bericht, Kurztest, Vorstellung veröffentlicht.

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