Drive Substainability

Autokonzerne richten den Blick auf ethische Werte in der Lieferkette

30. November 2017, 10:46 Uhr
Hans-Robert Richarz/ampnet
Autokonzerne richten den Blick auf ethische Werte in der Lieferkette
Ein 13-Jähriger sortiert kobalthaltige Steine am Stadtrand von Kolwezi in der Demokratischen Republik Kongo. Foto: Auto-Medienportal.Net/Amnesty International
Weltweit steigt der Bedarf an effizienten Energiespeichern für Elektroautos und damit auch die Nachfrage nach dem für diese Technologien verwendeten Kobalt.

Weltweit steigt der Bedarf an effizienten Energiespeichern für Elektroautos und damit auch die Nachfrage nach dem für diese Technologien verwendeten Kobalt. Doch die Förderung dieses chemischen Elements ist ins Gerede gekommen. Laut Untersuchungen der Menschenrechtsorganisation Amnesty International könnten Käufer eines E-Autos unwissentlich Kinderarbeit fördern. Denn in den Kobalt-Minen des Kongo in Zentralafrika, wo mehr als die Hälfte des weltweiten Kobaltbedarfs gedeckt wird, schuften Kinder im Alter von sieben Jahren.

Defizite weist dem Bericht zufolge die Autobranche auf. Unter den deutschen Autokonzernen habe sich BMW ,,in einigen Aspekten verbessert" und schneide unter den Autoherstellern als bester ab, zeige jedoch weiterhin ,,deutliche Mängel". Volkswagen und Daimler wiesen ,,erhebliche Mängel" auf. Daher fordert Amnesty von einer neuen Bundesregierung, ,,endlich verbindlich die Einhaltung von Sorgfaltspflichten vorzuschreiben".

Dieser Forderung kommt eine Partnerschaft von zehn führenden Automobilunternehmen aus BMW, Daimler AG, Ford, Honda, Jaguar Land Rover, Scania, Toyota Motor Europe, Volkswagen Group, Volvo Cars und Volvo Group entgegen. Die Konzerne gaben jetzt bekannt, eine Beobachtungsstelle für Rohstoffe einzurichten, um ethische, umweltbezogene, menschen- und arbeitsrechtliche Probleme bei der Beschaffung bestimmter Produktionsmittel aufzudecken und anzugehen.

Dafür trafen sich heute Vertreter von rund 70 Automobilherstellern, Automobilzulieferern, Nichtregierungsorganisationen und EU-Institutionen in Brüssel. Die Partner führen die bisherige Arbeit der ,,European Automotive Working Group on Supply Chain Sustainability" fort. Durch die Zusammenarbeit soll die Beschaffung und somit die gesamte Lieferkette nachhaltiger werden. Unter der Bezeichnung ,,Drive Sustainability" wollen sie Nachhaltigkeit auf dem gesamten Beschaffungsweg, von der Gewinnung bestimmter Roihstoffe bis zum Einsatz in der Produktion, gewährleisten.

Drive Sustainability arbeitet bereits seit fünf Jahren an der Verbesserung der Nachhaltigkeit innerhalb der Automobilzulieferkette. Die neue Initiative ist der nächste Schritt in ihrem globalen Engagement für Geschäftsethik, Respekt für Umwelt und Menschenrechte sowie menschenwürdige Arbeitsbedingungen. Koordiniert wird diese Partnerschaft von CSR Europe, einem wirtschaftsorientierten, von Mitgliedern getragenen und EU-nahen Netzwerk. Deren Direktor Stefan Crets sagte in Brüssel: ,,Die Beobachtungsstelle für Rohmaterialbeschaffung wird die Risiken der Top-Rohstoffe wie Glimmer, Kobalt, Gummi, Leder und andere im Automobilsektor bewerten. Dies ermöglicht Drive Sustainability, die wirkungsvollsten Aktivitäten zu definieren, um die menschlichen, ethischen und ökologischen Aspekte innerhalb der Lieferkette anzugehen."

Die Risikobewertung der Top-Rohstoffe wird von der Dragonfly-Initiative, einem auf Nachhaltigkeit spezialisierten Beratungsunternehmen aus Großbritannien, durchgeführt. Basierend auf seinen Ergebnissen, die bis Januar 2018 vorliegen sollen und den Beiträgen der Partner, wird Drive Sustainability Anfang 2018 den Aktionsplan zur Bewältigung der Probleme vorstellen. (ampnet/hrr)

Der Artikel "Autokonzerne richten den Blick auf ethische Werte in der Lieferkette" wurde am 30.11.2017 in der Kategorie News von Hans-Robert Richarz/ampnet mit den Stichwörtern Drive Substainability, Amnesty International, News, veröffentlicht.

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