Ratgeber

Oldtimer als alternative Geldanlage

26. September 2017
Redaktion
Oldtimer als alternative Geldanlage
@ adonyig (CC0-Lizenz)/ pixabay.com
Fragen Sie sich manchmal auch, was Sie mit ihrem Geld anfangen sollen, um es zu vermehren? Das gute, alte Sparbuch bringt kaum noch Rendite, so dass man in Zeiten der Nullzinspolitik über andere Möglichkeiten nachdenken muss: Kunst, Weine, Schmuck, Aktien, Gold. Wenn Ihnen das alles zu langweilig ist, empfehlen wir Ihnen einen schicken Oldtimer als alternative Geldanlage, die gleichzeitig auch noch Spaß macht.

Spektakuläre Auktionen für Fahrzeuge, die Millionenbeträge erzielen, landen immer wieder in den Schlagzeilen. Und vielleicht kennen Sie ja daher auch das teuerste Auto der Welt? Es ist der Ferrari 250 GTO. Ein solches Vehikel (Baujahr 1962) hat 2014 für 28 Millionen Euro den Besitzer gewechselt.  (Quelle: Steenbuck Oldtimer )Der Wagen wurde 1965 vom Italiener Fabrizio Violati für schlappe 16.000 Mark gekauft, 50 Jahre danach wurde er so teuer wie kein anderes Auto zuvor verkauft. Doch es geht auch „billiger“: Einen Porsche 911 etwa kann man auf Auktionen oder im Internet für rund 50.000 Euro erstehen.

Konstante Wertsteigerung

Gerade Oldtimer sind eine relativ sichere Geldanlage, weil der Markt groß ist und Sachwerte relativ unabhängig von Weltwirtschaftslage sind. Das belegt auch der Oldtimer-Preisindex (DOX), der 1999 von der deutschen Automobilindustrie ins Leben gerufen wurde: Demnach haben Oldtimer in Deutschland (30 Jahre und älter) seit 1999 im Schnitt sechs Prozent an Wert zugelegt. Wir haben für Sie die Fahrzeuge herausgesucht, die seit dem Start des DOX im Jahr 1999 die größte Wertsteigerung erlebt haben.

3. Platz seit 1999: Mercedes 300 SL Coupé

Auf Platz drei der Wertsteigerungs-Rangliste im Vergleich zum Jahr 1999 liegt der Mercedes 300 SL der Baujahre 1954 bis 1957. Der berühmte Flügeltürer zählt zu den wertvollsten Oldtimern aller Zeiten. Ein Reihensechszylinder bringt 215 PS auf die Hinterachse. Das Flügeltürer-Konzept griff Mercedes erst beim SLS AMG wieder auf. Aktuell liegt der Marktwert bei rund 1.000.000 Euro.

2. Platz seit 1999: Citroën 2CV 6

Auf Platz zwei der Wertsteigerungs-Rangliste im Vergleich zum Jahr 1999 liegt der Citroën 2CV 6 der Baujahre 1969 bis 1976. Das „6er“-Modell war die hubraumstärkere der beiden angebotenen Motorisierungen mit 0,6 Liter. 25 PS treiben die „Ente“ an. Aktuell liegt der Marktwert bei rund 12.000 Euro.

1. Platz eins seit 1999: VW T2 Bus

Der Oldtimer mit der größten Wertsteigerung seit 1999 ist der VW Bus vom Typ T2. Das von 1967 bis 1972 gebaute Fahrzeug fasziniert Sammler und Fahrer gleichermaßen. Ein luftgekühlter Vierzylinder-Boxer sorgt im Heck des T2 für 47 PS. Aktuell liegt der Marktwert bei über 50.000 Euro.

Für wen sind Oldtimer als Geldanlage geeignet?

Während der Schulden- und Eurokrise haben sich Oldtimer als sehr wertbeständig erwiesen. Diese Tatsache führen Experten nicht zuletzt auf den weltweiten Anlagenotstand zurück: Geldkapital in gewaltigen Größenordnungen sucht nach attraktiven Renditen, die sich mit Rentenpapieren derzeit nicht erwirtschaften lassen. Die Immobilienpreise sind insbesondere in den Ballungszentren bereits deutlich gestiegen und Aktienmärkte unterliegen einer hoher Volatilität.

Wer einen Oldtimer als Geldanlage kaufen möchte, der darf seine Entscheidung jedoch nicht nur auf eine angenommene zukünftige Wertsteigerung stützen. Zu berücksichtigen sind auch die laufenden Kosten für Treibstoff, Wartung, Versicherung und Garagenplatz.  Hinzu kommt, dass eine sichere Prognose der künftigen Wertentwicklung von Oldtimern - zumal für einen ganz bestimmten Fahrzeugtyp - unmöglich ist. Ein Oldtimer als Geldanlage ist nur dann ratsam, wenn der Investor das eingesetzte Kapital längerfristig nicht für andere Zwecke benötigt. Im Rahmen einer sorgfältigen Vermögensdiversifizierung sollten Oldtimer außerdem nur einen prozentual begrenzten Anteil am Gesamtvermögen erreichen.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Oldtimer als Geldanlage für Investoren in Betracht kommen,

  • die auf den Investitionsbetrag mittel- bis langfristig nicht angewiesen sind,
  • die ihr Vermögen mit einer zusätzlichen Sachwertanlage diversifizieren möchten,
  • die eine renditestarke Kapitalanlage suchen und wissen, dass die hohen Renditen der Vergangenheit keine Gewähr für zukünftige Entwicklungen darstellen,
  • denen bewusst ist, dass bei Investitionen in einen Oldtimer als Geldanlage ein Vermögenszuwachs gewöhnlich erst bei einem Anlagebetrag von mindestens 50.000 Euro realistisch ist und
  • die über einen geeigneten Stellplatz verfügen.

Deutsche Oldtimer sehr beliebt - Vorsicht vor „Schnäppchen“

Sammler von Oldtimern haben es vermehrt auf Autos aus Deutschland, Frankreich und Italien abgesehen. Amerikanische und japanische Fahrzeuge konnten hingegen nur geringfügig an Wert zulegen. Oldtimer aus England sind im letzten Jahr sogar im Wert gefallen.

Autos mit einem Anschaffungspreis von weniger als 50.000 Euro gelten nur bedingt als gute Anlage. Das trifft insbesondere dann zu, wenn das Auto bereits mehrere Macken hat. Eine aufwändige Restauration treibt die Kosten schnell in die Höhe. Hier kann es sinnvoller sein, gleich in einen „fertigen“ Oldtimer zu investieren, der in einem guten Zustand ist. Abhängig von der eigenen Expertise kann es hilfreich sein, einen Sachverständigen zu Rate zu ziehen.

Je originaler und origineller, desto besser

Generell gewinnen Oldtimer am ehesten an Wert, wenn sie möglichst viele Originalteile besitzen. Auch wenn das Auto einen berühmten Vorbesitzer hatte oder nachweislich eine besondere Geschichte „erzählt“, sind die Gewinnchancen am größten. Auch der Faktor, dass nur noch wenige Exemplare von einem Fahrzeugtyp existieren, kurbelt den Preis nach oben an.

Zu berücksichtigen ist auch, dass bereits einzelne Großreparaturen die Rendite aufzehren können. Liebhaber von Oldtimern argumentieren, dass allein der Ausgleich der laufenden Kosten durch eine Steigerung des Marktpreises des Oldtimers bereits eine Form der Rendite darstelle. Diese Bewertung entspricht der Erfahrung, dass die Mehrheit der Oldtimer-Besitzer ihr historisches Automobil nicht nur als reine Geldanlage betrachtet, sondern auch eine eigene Nutzung beabsichtigt, um Fahrspaß zu haben.

Eine Geldanlage, die auch etwas kostet

Wer mit seltenen Autos Geld verdienen möchte, muss im Hinblick auf spätere Käufer den einwandfreien Zustand des Fahrzeugs sicherstellen. Oldtimer sind eine Geldanlage, in die auch nach dem eigentlichen Kauf kontinuierlich investiert werden muss. Dazu gehören anfallende Reparaturen, ein Garagenplatz und die nötige Pflege des Schmuckstücks. Einschließlich des Kaufpreises für einen Oldtimer empfiehlt es sich deshalb, diese Nebenkosten vor einer Investition zu berücksichtigen. Und es stellt sich aus ökonomischer Sicht natürlich auch die Frage, ob und wie weit die erwartete Wertsteigerung die Kosten für die Aufbewahrung und die Instandhaltung übertrifft.

Risiko: Trends und Wertschwankungen

Wenn Sie sich für Oldtimer als Geldanlage interessieren, müssen Sie beachten, dass der Markt für ältere und seltene Fahrzeuge hohen Schwankungen unterliegt. Die aktuellen Trends können einen Oldtimer zur erfolgreichen Geldanlage machen, aber auch Einbußen bei der Investition bedeuten. In einigen Jahren sind potenzielle Käufer unter Umständen nicht mehr bereit, einen gewünschten Preis zu bezahlen. Entsprechend wichtig ist es, den richtigen Zeitpunkt für Kauf und Verkauf zu prognostizieren. All dies schließt einen gewissen Arbeitsaufwand ein: Wer nicht von Preisentwicklungen überrascht werden möchte, muss sich auf Märkten, Versteigerungen und in Börsen oder Foren regelmäßig umsehen.

Bei einigen Fahrzeugmodellen brauchen Sie sich aufgrund der hohen Beliebtheit etwas weniger Sorgen um die Preiskonstanz machen. Besonders seltene Fahrzeuge sind schwer zu finden und bereits in der Anschaffung so teuer, dass jedes Jahr nur wenige Fahrzeuge verkauft werden. Sechsstellige Beträge erzielt zum Beispiel ein gut erhaltener Mercedes SL. Doch auch für einen Porsche 911 ist gewöhnlich nicht mit Preiseinbrüchen zu rechnen.

Fazit

Eine Geldanlage ohne Risiko, mit hoher Verlässlichkeit und garantierter Rendite – das ist das Geschäft mit Oldtimern nicht. Interessierte sollten nicht damit rechnen, in einigen Jahren für ein Auto den doppelten Verkaufspreis zu erhalten. Dank der Unvorhersehbarkeit der Marktentwicklungen ist es auch zum Teil Glück, ob sich eine Investition wie erhofft auszahlt.

So können auch Experten kaum prognostizieren, welche Fahrzeuge in Zukunft in der Gunst der Oldtimer-Fans steigen. Denn im Vergleich zu anderen Geldanlagen spricht beim Oldtimer für die meisten Menschen in erster Linie die Freude am Fahrzeug für einen Kauf. Wer über das nötige „Kleingeld“ verfügt und sich für ältere Autos oder bestimmte Modelle interessiert, kann mit seinem Hobby aber durchaus Gewinn machen.

  • Entwicklungen auf dem Oldtimer-Markt sind schwierig zu prognostizieren.
  • Haltungskosten und Wertsteigerung sind in jedem Fall abzuwägen.
  • Ein Muss: den Markt im Auge behalten und aktuelle Preise beobachten.
  • Relativ sichere Gewinne sind nur bei sehr seltenen Autos gegeben.
  • Als alternative Geldanlage sind Oldtimer nur für Liebhaber und „echte“ Kenner empfehlenswert.

Der Artikel "Oldtimer als alternative Geldanlage" wurde am 26.09.2017 in der Kategorie Ratgeber von Redaktion mit den Stichwörtern Oldtimer als alternative Geldanlage, Tipp & Infos, veröffentlicht.

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