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Neuer Basis-Benziner für den Nissan Micra: Japanische Magerkost

4. September 2017, 11:36 Uhr
Mirko Stepan 6
6Neuer Basis-Benziner für den Nissan Micra: Japanische Magerkost
mid Groß-Gerau - Der Micra überzeugt mit seinem eigenständigen Design und bietet etliche Möglichkeiten zur Individualisierung. Nissan
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Nissan hat die Motorenpalette des Micra nach unten erweitert. Mit einem Dreizylinder-Sauger soll der Kleinwagen als Stadtauto mit attraktivem Einstiegspreis und niedrigen Betriebskosten punkten.


Nissan hat die Motorenpalette des Micra nach unten erweitert. Mit einem Dreizylinder-Sauger soll der Kleinwagen als Stadtauto mit attraktivem Einstiegspreis und niedrigen Betriebskosten punkten.

Seit 1983 baut Nissan den Micra, inzwischen sind mehr als 650.000 Exemplare des Kleinwagens in Deutschland verkauft worden. Mit der fünften Generation, die seit Frühjahr 2017 bei den Händlern steht, ist der Kleinwagen erwachsen geworden. Ein eigenständiges, modernes Design, ein mit 300 Liter recht üppiges Kofferraumvolumen und Individualisierungsmöglichkeiten innen wie außen machen den Micra fit für den umkämpften Kleinwagen-Markt.

Und mit dem 1,0-Liter-Dreizylinder mit 52 kW/71 PS hat Nissan jetzt ein echtes Ass im Ärmel. Denn die Einstiegsmotorisierung ist ab 12.990 Euro zu haben und damit günstiger als die meisten direkten Konkurrenten. In der Acenta-Ausstattung - der höchsten, die es für den 1,0-Liter-Micra gibt - kostet der Kleine zwar 3.000 Euro mehr, aber die Konkurrenz lässt sich Touchscreen, Tempomat und Co. ja ebenfalls bezahlen - insofern bleibt der Preisvorteil nicht nur erhalten, er kann sich sogar vergrößern, wenn mehr Extras an Bord sind.

Dazu bietet Nissan ein besonderes Bonbon, das in dieser Fahrzeugklasse unüblich ist: Ein Bose-Soundsystem mit Lautsprechern unter anderem in der Kopfstütze des Fahrersitzes, das speziell für den Micra entwickelt wurde. Das kostet allerdings 1.250 Euro extra, ist nur für die Acenta-Ausstattung zu haben und gehört zum Technik-Paket, das auch ein Navi und eine Rückfahrkamera enthält. Für Musik-Fans ist dies aber allemal empfehlenswert. Ebenfalls gegen Aufpreis bietet Nissan Sicherheits-Ausstattungen wie einen aktiven Spurhalte-Assistenten oder Verkehrszeichenerkennung an.

Pluspunkte sammelt der Micra mit seinem Innenraum. Die Sitze sind nicht zu weich, die Materialien wirken hochwertig, und auch die Verarbeitung lässt nichts zu wünschen übrig. Dazu kommt, dass zumindest vorn auch große Menschen ausreichend Platz in alle Richtungen haben, obwohl die Silhouette des aktuellen Modells deutlich schnittiger ist als beim Vorgänger, der doch eher an einen Mini-Van erinnerte. Schmal und hoch ist Vergangenheit, und das tut dem Kleinwagen gut. Weil im Kleinwagen-Segment Fünftürer am beliebtesten sind, Dreitürer aber oftmals etwas sportlicher wirken, sind beim Micra die hinteren Türgriffe in die C-Säule gewandert. Der Trick ist nicht neu, funktioniert aber bestens.

Und wie fährt er sich? Der Dreizylinder-Sauger braucht Drehzahl, um in die Gänge zu kommen. Das maximale Drehmoment von 95 Newtonmeter liegt ab 3.500 Umdrehungen an, die Maximalleistung bei 6.300/min. Das hochtourige Fahren macht sich beim Spritverbrauch bemerkbar. Nach der Testfahrt im Umland von Paris zeigte der Bordcomputer 6,1 Liter Durchschnittsverbrauch nach einem Mix an Landstraßen, Autobahnen und Stadtverkehr. Dazu kommt, dass der Motor nicht mit Laufruhe glänzt und sicher auch nicht das leiseste Aggregat aus der Nissan-Motorenpalette ist. Hier sind andere Hersteller etwas besser aufgestellt. Allerdings ist von einem 71-PS-Sauger auch nicht zu erwarten, dass er sich als Sportler entpuppt.

Misst man den Dreizylinder-Micra an seinem Einsatzzweck - ein Zweitwagen, der für Kurzstrecken und Stadtverkehr genutzt wird - kann man dem Japaner ohne Weiteres gute Noten ausstellen. Insbesondere das Preis-Leistungs-Verhältnis überzeugt.

Mirko Stepan / mid

Technische Daten Nissan Micra 1.0:
Fünftüriger Kleinwagen, Länge/Breite/Höhe/Radstand in Meter: 4,00/1,74/1,46/2,53, Kofferraumvolumen: 300 bis 1.004 l, Leergewicht: 1.037 kg, Tankinhalt: 41 l.
Antrieb: Dreizylinder-Reihenturbobenziner, Hubraum: 998 ccm, max. Leistung: 52 kW/71 PS bei 6.300/min, manuelles 5-Gang-Getriebe, max. Drehmoment: 95 Nm bei 3.500/min, 0-100 km/h: 15,1 s, Höchstgeschwindigkeit: 161 km/h, Normverbrauch: 4,6 l Benzin/100 km, CO2-Emission: 103 g/km, Preis: ab 12.990 Euro.

Der Artikel "Neuer Basis-Benziner für den Nissan Micra: Japanische Magerkost" wurde am 04.09.2017 in der Kategorie Fahrbericht von Mirko Stepan mit den Stichwörtern Auto, Kleinwagen, Fahrbericht, Motor, Test-Bericht, Pressevorstellung, Test, Bericht, Kurztest, Vorstellung veröffentlicht.

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