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Rückruf Seat Ibiza: Neuer Zündstoff für die Kältemittel-Diskussion

28. Juli 2017, 14:34 Uhr
Thomas Schneider 2
2Rückruf Seat Ibiza: Neuer Zündstoff für die Kältemittel-Diskussion
mid Groß-Gerau - Seat ruft bundesweit mehr als 2.000 Ibiza in die Werkstätten, weil bei einem Unfall schädliches und brennbares Gas nach außen treten könnte. Seat
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Nachtigall, ick hör dir trapsen: Seat ruft in Deutschland 2.038 Ibiza in die Werkstätten, weil bei einem Unfall die Hochdruckrohrleitung der Klimaanlage brechen und ein schädliches und brennbares Gas nach außen treten könnte. Das Prekäre an dieser Aktion: Sie ist ein Beleg für die Gefährlichkeit des umstrittenen Kältemittels R1234yf.


Nachtigall, ick hör dir trapsen: Seat ruft in Deutschland 2.038 Ibiza in die Werkstätten (weltweit: 8.790), weil bei einem Unfall die Hochdruckrohrleitung der Klimaanlage brechen und ein schädliches und brennbares Gas nach außen treten könnte. Das bestätigte laut "Kfz-Rueckrufe.de" ein Sprecher der Marke. Das Prekäre an dieser Aktion: Sie ist ein Beleg für die Gefährlichkeit des umstrittenen Kältemittels R1234yf. Daimler hatte darauf bereits 2012 hingewiesen und sich zwischenzeitlich geweigert, das Mittel zu verwenden und führte auch einen Rückruf für die B-Klasse und den SL durch.

Mittlerweile ist die seinerzeit heiß diskutierte Kältemittel-Thematik etwas in Vergessenheit geraten - die Autobranche ist mit Diesel-Emissionen und Kartell-Vorwürfen ja anderweitig beschäftigt. Doch offenbar ist die Problematik aktuell wie eh und je. Seit Jahresbeginn 2017 sind fast alle Neufahrzeuge mit R1234yf befüllt sind. Und so könnte der Ibiza-Rückruf nur die Spitze eines Eisberges sein.

Betroffen von der aktuellen Seat-Aktion sind laut Kfz-Rueckrufe.de alle bis einschließlich 1. Juni 2017 produzierten Exemplare der fünften Generation des Ibiza (Modellcode KJ, Fahrgestellnummernbereich: -000113 bis -012013). Bei diesen komme "eine abweichende Hochdruckrohrleitung der Klimaanlage" zum Einsatz, die nun von den Werkstätten überprüft und gegebenenfalls ausgetauscht werden. Die Fahrzeuge werden mit einem Aufkleber mit dem Vermerk "87F3" in der Reserveradmulde oder im Inspektions- und Wartungsplan des Fahrzeugs gekennzeichnet. Bis dahin aber könnten Halter den Wagen weiter nutzen, was dafürspricht, dass eine Gefährdung als nicht sehr wahrscheinlich angesehen wird.

Doch fest steht auch: Kein Hersteller ruft Fahrzeuge grundlos zum Nachbessern. Die Aktion könnte den Geschwistermodellen VW Polo, Audi A1 und Skoda Fabia nun erspart bleiben, da diese noch nicht auf dem Markt sind. Der Ibiza basiert als erstes Fahrzeug des Konzerns auf dem Modularen Querbaukasten "A0" und hatte in diesem Fall wohl das Pech der frühen Geburt, die übrigen VW-Konzernmarken die Gnade der späten. Inwiefern die Thematik ihre Kreise ziehen wird, bleibt abzuwarten. Die Aufmerksamkeit dafür hängt von vielen Faktoren ab.

Der Artikel "Rückruf Seat Ibiza: Neuer Zündstoff für die Kältemittel-Diskussion" wurde am 28.07.2017 in der Kategorie Rückrufe von Thomas Schneider mit den Stichwörtern Auto, Rückrufaktion, Klimaanlage, Rückruf, veröffentlicht.

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