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Betagter Japaner im Trainings-Anzug

20. März 2017, 13:10 Uhr
Mirko Stepan 6
6Betagter Japaner im Trainings-Anzug
mid Groß-Gerau - Limousinen sind in der Kompaktklasse rar gesät. Eine Alternative ist der Mitsubishi Lancer, den es neben dem Fließheck-Modell auch als Viertürer gibt - und das in sehr appetitlicher Form. Mitsubishi
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Es gibt diesen Typen, der auf Nachbarschafts-Festen stets auffällt - und einen Hauch zu krawallig daherkommt. Er ist etwas in die Jahre gekommen, trägt aber Klamotten, die ihn als Berufsjugendlichen ausweisen sollen. Von allem eben ein bisschen zu viel, obwohl er im Grunde ein netter Kerl ist. Wenn dieser Typ ein Auto wäre, dann wäre er ein Mitsubishi Lancer.

Es gibt diesen Typen, der auf Nachbarschafts-Festen stets auffällt - und einen Hauch zu krawallig daherkommt. Er ist etwas in die Jahre gekommen, trägt aber Klamotten, die ihn als Berufsjugendlichen ausweisen sollen. Von allem eben ein bisschen zu viel, obwohl er im Grunde ein netter Kerl ist. Wenn dieser Typ ein Auto wäre, dann wäre er ein Mitsubishi Lancer.

Der Lancer ist jetzt bereits nahezu unverändert seit 2007 auf dem deutschen Markt - eine Ewigkeit in der schnelllebigen Autowelt, in der nach etwa drei bis vier Jahren im Modellzyklus ein Facelift ansteht. Zugegeben ist die Sport-Limousine von Mitsubishi äußerlich noch recht frisch, die Zeichner in der italienischen Traditions-Designschmiede Pininfarina haben ganze Arbeit geleistet. Optisch wirkt der Viertürer immer noch modern und dank markanter Seitenschweller, die ab der mittleren der drei Ausstattungsvarianten serienmäßig sind, sportlich-dynamisch. Das gilt für den gesamten Auftritt des Lancer, auch wenn der überdimensionierte Heckspoiler auf dem Testwagen eher unfreiwillig komisch wirkt - vor allem nach einem Blick in die Fahrzeugpapiere.

Denn wer den Lancer fortbewegt, muss sich mit 86 kW/117 PS zufrieden geben. Der 1,6 Liter große Vierzylinder-Sauger ist leider nicht so dynamisch wie das Blechkleid des in die Jahre gekommenen Lancer. Will der Fahrer sportlich unterwegs sein, muss er die 1.343 Kilo wiegende Limousine schon ziemlich treten. Niedrige Drehzahlen mag der Motor nicht. Je weiter sich der Zeiger Richtung roter Bereich bewegt, desto mehr Fahrspaß bringt der Lancer - das allerdings wirkt sich entsprechend auf den Verbrauch aus, der sich bei etwa acht Liter je 100 Kilometer einpendelt. Bei zurückhaltender Fahrweise lässt sich der Mitsubishi aber auch mit einem Liter weniger bewegen - Mitsubishi gibt 5,5 Liter an.

Seine Jahresringe kann der Lancer auch im Innenraum nicht verbergen. Immerhin, nach einem kleinen Optik- und Technik-Update von 2016 fährt er in der "Top"-Ausstattung unter anderem mit LED-Tagfahrlicht und Bi-Xenon-Licht, Rückfahrkamera, Start-Stopp-Automatik und diversen anderen Ausstattungsmerkmalen vor. Neue Klavierlack-Zierleisten hübschen das Interieur zwar auf, zaubern aber dennoch kein modernes Interieur. Denn: Die Anzeigen im Armaturenbrett sind veraltet. Das ist schade, denn die Verarbeitung ist ordentlich, die Materialauswahl okay, die Sitze bequem und die Serienausstattung wirklich umfangreich. Dennoch hat man immer das Gefühl, in einem gut gepflegten Gebrauchtwagen zu sitzen - und welcher Neuwagenkäufer möchte das schon?

Da hilft es dem Lancer wenig, dass er ein sauber abgestimmtes Fahrwerk hat, das Bodenwellen wegschluckt, aber dennoch nicht zu weich ist, und so eine längere Autobahnfahrt ohne größere Ermüdungserscheinungen vergehen lässt. Auch der Kofferraum ist reise- und familientauglich, er fasst 400 Liter. Sein größtes Plus ist der Preis, der mittlerweile gegenüber dem Einführungspreis des Modelljahres 2016 deutlich gesunken ist - ab 15.490 Euro ist die Sportlimousine derzeit zu haben. Für die "Top"-Ausstattung verlangt Mitsubishi 3.500 Euro mehr. Das ist relativ wenig Geld für ein ordentliches Auto - auch wenn es schon ein paar Falten hat.

Mirko Stepan/mid

Technische Daten Mitsubishi Lancer 1.6 MIVEC ClearTec "Top":
Viertürige Limousine, Länge/Breite/Höhe/Radstand in Meter: 4,63/1,76/1,48/2,64, Leergewicht: 1.343 kg, Zuladung: 407 kg, Kofferraumvolumen: 400 l.
Antrieb: Vierzylinder-Benziner, Hubraum: 1.590 ccm, Leistung: 86 kW/117 PS bei 6.000/min, maximales Drehmoment: 154 Nm bei 4000/min, 0-100 km/h: 10,7 s, Höchstgeschwindigkeit: 191 km/h, 5-Gang-Getriebe, Vorderradantrieb, Durchschnittsverbrauch: 5,5 l, CO2-Ausstoß: 128 g/km, Abgasnorm: Euro 6, Preis: ab 18.990 Euro.

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Der Artikel "Betagter Japaner im Trainings-Anzug" wurde am 20.03.2017 in der Kategorie Fahrbericht von Mirko Stepan mit den Stichwörtern Auto, Fahrbericht, Limousine, Kompakter, Test-Bericht, Pressevorstellung, Test, Bericht, Kurztest, Vorstellung veröffentlicht.

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