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Autoproduktion ganz ohne Fließband? Barcode Scanner und RFID Tags stehen hinter der Idee…

21. Februar 2017
Redaktion
Autoproduktion ganz ohne Fließband? Barcode Scanner und RFID Tags  stehen hinter der Idee…
Bilder wie diese gibt es heute längst nicht mehr. Viel automatisierter erfolgt die Fließbandproduktion der Automobilindustrie. pixabay.com © MikeBird (CC0 Public Domain)
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„Seit 100 Jahren werden Autos am Fließband produziert. Audi will das ändern. Dabei wollen die Ingolstädter nicht nur Geld sparen, auch die Mitarbeiter sollen profitieren – aber nicht alle“, heißt es Ende 2016 in der Welt. Undenkbar ist die Vorstellung, dass Fahrzeuge welcher Marke auch immer nicht mehr am Fließband gefertigt werden sollen, doch die Saugroboter-Revolution ist eingeläutet: Roboter sollen punktgenau die Karosserie zur Montagestraße karren, Türdichtungen anbringen oder die Antennen anschrauben. Damit wäre die Geschichte des Henry Ford’schen Fließbands beendet …

So sieht die Gegenwart aus: Heute wird mit Barcode Scanner und RFID Tags produziert

Was das „Just-in-time“-Prinzip bedeutet, wird so definiert: „„Just-in-time“ bezeichnet eine Lieferart, bei der die benötigte Ware zeit- und mengen genau geliefert wird, um die Lagerhaltung am Verarbeitungsort so gering wie möglich zu halten. (…) In der just-in-time-Produktion wird das “Fließprinzip” auf die Beschaffungsplanung übertragen. Möglich wird die hier angewandte Form der Beschaffungslogistik durch eine gute Transportplanung. (…) Um eine reibungslose Beschaffung gemäß just-in-time zu realisieren, ist ein elektronischer Datenaustausch zwischen Abnehmer und Zulieferer unabdingbar.“
Die Vorteile der Just-in-Time-Produktion sind die geringeren Kosten für Lagerplätze, da die benötigten Materialien erst dann zugeliefert werden, wenn sie auch sofort verarbeitet werden können. Um diesen Vorteil auch effektiv und transparent ausnützen zu können, ist der Bedarf an Barcode Scannern und RFID Tags nach wie vor hoch. Nur doch die transparente und zugleich einfache Dokumentation des Transportweges einerseits und des Standorts andererseits, ist eine Just-in-Time-Produktion heute überhaupt möglich.
Erst durch die Implementierung von Barcode Scannern und RFID Tags konnte der massive Nachteil der Just-in-Time-Produktion ausgemerzt werden. Angekreidet wurde eben diesem Verfahren nämlich stets der hohe Kommunikationsaufwand. Dies ist durch ein einfaches Strichcode-System mit Barcode Scanner und RFID Tag heute nicht mehr der Fall. Vor Lieferschwierigkeiten ist indes niemand gefeit. Wetterkapriolen, Unfälle oder Staus führen nach wie vor zu Produktionsengpässen, doch diese sind Untersuchungen zufolge immer noch rentabler, als große Lagerflächen zur Verfügung zu stellen.

Rückblick: Henry Ford macht das Auto zum Massenprodukt

1896 baute Henry Ford, der 1863 auf einer Farm nach Detroit geboren wurde, sein erste Fahrzeug. Der gelernte Maschinist fertig das „Quadricycle“ und muss mit seiner ersten Firma eine derbe Niederlage einstecken. Die Firma geht pleite, doch Henry Ford rappelt sich wieder auf und gründet die „Ford Motor Company“.
1913 dann der automatisierte Durchbruch, den er sich bei einem Metzger abgekuckt hat: „In diesem Jahr lässt Henry Ford in seinen Fertigungshallen zum ersten Mal ein Fließband laufen. Drei Jahre vorher, im Jahr 1910, besucht der Automobilproduzent den Schlachthof von Chicago. Dabei beobachtet er, wie die Metzger dort die Schweine schlachten und zerlegen. Die geschlachteten Schweine hängen an einer Art Förderband von der Decke und können von einem Metzger zum nächsten weitergeschoben werden. (…) Das bringt Henry Ford auf eine Idee: Er will Autos nach dem gleichen Prinzip zusammenbauen, wie Metzger im Schlachthof Schweine auseinandernehmen.“
Damit realisiert der Pionier der Automobilgeschichte gleich mehreres: Durch seinen konsequenten Einsatz im Automobilbau werden die Arbeitsabläufe schneller. Mehr Fahrzeuge werden produziert. Mehr Gewinne werden eingefahren. Durch die günstigere Produktion kann Henry Ford auch sein Fahrzeug, das mittlerweile massentauglich geworden ist, günstiger anbieten. Die ersten Nachahmer in Deutschland waren übrigens die Brüder Fritz und Wilhelm Opel. 1924 läuft der erste Opel 4/12 PS vom Laufband in Deutschland. An Barcode Scanner und RFID Tags dachte damals allerdings noch niemand.

In Ingolstadt könnten bald Roboterwagen arbeiten

Die Vision zu Beginn des Artikels war bei Weitem kein April-Scherz. Fahrerlose Roboterwagen, die einem ähnlichen Prinzip folgen wie Staubsaugerroboter fahren nun durch die Test-Halle. „Modulare Fertigung“ heißt das Stichwort, das bezeichnet, was eingangs so absurd klang. Dass Fließbandarbeit damit Fließbandarbeit bleibt, ist unbestritten, doch das Prinzip ständig wiederkehrender Arbeitsschritte, das über Barcode Scanner und RFID Tags unterstützt wird, soll aufgelöst werden. Erste Tests laufen dazu im Start-up-Unternehmen. Was so kryptisch klingt, soll in der Praxis ganz einfach umsetzbar sein.
Dauert ein Arbeitsschritt länger als ein anderer, darf der Roboter einfach an der angesteuerten Position weiterarbeiten. Dies hält nicht etwa die reibungslose Produktion auf, denn die Roboter, die die Fahrzeuge bauen, werden von der IT gesteuert und immer dorthin geschickt, wo eben gerade Platz ist. So kann die Station „Sonderausstattung“ getrost übersprungen werden, wenn diese nicht geordert wurde. Der Effekt: Die Station wird übersprungen, das Fahrzeug läuft schneller vom Band. Die größte Herausforderung besteht im Moment darin, die Verkehrswege der Roboter vernünftig und IT-gestützt zu organisieren, schließlich erhofft man sich einen Effizienzgewinn von 20 Prozent, der nicht nur durch demolierte Roboter wieder zunichte gemacht werden soll.
Sorge um die Individualisierung der Fahrzeuge oder um die Mitarbeiter brauche niemand zu haben. Erstere sei durch die modulare Fertigung viel leichter umsetzbar und ziehe sicherlich ein höheres Maß an Kundenzufriedenheit nach sich. Und die Mitarbeiter? Deren Arbeitszeiten könnten entsprechend den einzelnen Stationen sogar angepasst werden. Schon heute kann der Prototyp Paula dabei beobachtet werden, wie er Produktionsstationen beim A3 und beim Q2 anfährt. Und auch Gabelstapler ohne Fahrer haben längst keinen Seltenheitswert mehr.

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