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Freizeitmesse CMT - Kompakte Reisemobile im Mittelpunkt

5. Januar 2017, 11:31 Uhr
Michael Lennartz 6
6Freizeitmesse CMT - Kompakte Reisemobile im Mittelpunkt
Auf der CMT wird der Crafter Florida Multitalent von Schwabenmobil enthüllt Foto: Schwabenmobil
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120 Premieren sind für die Stuttgarter Freizeitmesse CMT angekündigt. Dabei dominieren eindeutig die kompakten Kastenwagen. Und da sind die ersten Reisemobil-Ausbauten des neuen VW Crafter sowie die neue, sich auf den Opel Movano konzentrierende Marke Womondo die Highlights.

Camping und Caravaning boomen in Deutschland. Der schon seit Jahren anhaltende Wachstumskurs gewinnt immer noch an Fahrt, und die Bilanz 2016 wird ein weiteres Rekordjahr ausweisen, das sich bei den Reisemobilen auf Steigerungen bis zu 25 Prozent und bei den Wohnwagen immerhin auf ein Plus von fast fünf Prozent stützt. Besser könnten die Voraussetzungen für die Freizeitmesse CMT (Camping, Motor, Touristik), die vom 14. bis 22. Januar auf dem Stuttgarter Messegelände stattfindet, also gar nicht sein.

Die Ausstellung im Schwabenländle hat sich für die Caravanbranche längst zur wichtigsten Messe neben dem Düsseldorfer Caravan-Salon entwickelt. Eine Pflichtveranstaltung, deren Bedeutung von den ausgestellten 850 Freizeitfahrzeugen unterstrichen wird. Die Zahl von 120 Premieren liest sich zwar noch imposanter, als sie sich in Wirklichkeit darstellt, denn dahinter verbergen sich viel Feinschliff, neue Innenausstattungen, preisgünstige Sondermodelle und neue Grundrisse. Die CMT hat sich in den vergangenen Jahren aber ohne Zweifel zu einer herausragenden Premierenschau gemausert. Die Highlights in diesem Jahr etwa sind die ersten Kastenwagen-Ausbauten auf Basis des neuen VW Crafter sowie der Start der neuen Reisemobilmarke Womondo, die sich mit dem Opel Movano ein Basisfahrzeug ausgesucht hat, das bisher in der mobilen Freizeitszene kaum in Erscheinung getreten ist.

Sowohl die Crafter-Debütanten als auch das Freizeitmobil mit dem Blitz auf der Motorhaube stehen stellvertretend für einen anhaltenden Trend bei den rollenden Eigenheimen: die nach wie vor steigende Nachfrage nach kompakten Fahrzeugen, vorzugsweise ausgebaute Kastenwagen und Campingbusse, die sich auf dem Stuttgarter Messegelände in Halle 5 auf einem eigenen Terrain tummeln dürfen.

Hier wird auch am 14. Januar der Crafter Florida Multitalent von Schwabenmobil enthüllt. Bei dem Reisemobil, das auf dem neuen Star der VW-Nutzfahrzeugsparte aufbaut, soll der Name Programm sein, verspricht Elia Akkawi, der Geschäftsführer von HRZ Reisemobile und deren Submarke Schwabenmobil: ,,Das Fahrzeug ist eine Mischung aus Reisemobil, Freizeitfahrzeug, Bus und Transporter." Es ist als bewohnbarer Crafter auf zwei Personen ausgelegt, die im Heck auf zwei Längsbetten (Einzel- oder Doppelbett) nächtigen, auf der Fahrt das hintere Abteil aber auch als Fahrradgarage nutzen können. Da sechs vollwertige Sitzplätze mit Dreipunktgurten vorhanden sind, kann das Hochdach-Mobil aus Öhringen auch als Freizeitfahrzeug für diverse Aktivitäten mit mehreren Personen genutzt werden. Oder  als Kleinlaster für maximal zwei Europaletten sowie für Sperrgut mit einer Durchlademöglichkeit von bis zu 3,60 Metern Länge.

Die weiteren Vorzüge des neuen Crafter in Form zahlreicher Assistenzsysteme, wie sie noch kein anderer Wettbewerber anzubieten vermag, will dem Vernehmen nach auch der Jandelsbrunner Hersteller Knaus mit einem neuen VW-Ausbau in Stuttgart zur Schau stellen, macht daraus aber ebenso noch ein Geheimnis wie aus einer zweiten versprochenen Weltpremiere. Dabei hat die Knaus-Tabbert-Gruppe die Halle 2 in der Schwabenmetropole für seine Marken sogar alleine okkupiert.

Debütieren wird da wohl auch der zweite Prototyp des Empire Liners 110 GB der Luxusmarke Morelo, ein über 10 Meter langes Reisemobil im Omnibus-Format auf einem Iveco-Eurocargo-Fahrgestell, dessen Autogarage auch einen ausgewachsenen Mini Cooper aufnimmt. Für schmalere Geldbeutel ist dagegen eine neue Wohnwagen-Baureihe von Weinsberg gedacht. Der CaraTwo, der auf den CaraOne folgt, zielt in vier Grundriss-Varianten von 5,92 bis 7,24 Meter Länge mit seinem modernen, frischen Design auf jüngere Käuferschichten ab.

Zurück zu den Kastenwagen. Der Fiat Ducato als Basis-Fahrzeug dominiert dort eindeutig die Szenerie. Der Run auf die bewohnbaren Lieferwagen lässt die Hersteller aber auch immer mehr nach Alternativen suchen. So wie sich Volkswagen mit dem Crafter nun auch in der nächsthöheren Klasse jenseits des Campingbus-Bestsellers California, der mit fast 13.000 Exemplaren 2016 einen bemerkenswerten Produktionsrekord aufstellte,

Womondo, ein Unternehmen aus dem niedersächsischen Uslar, debütiert mit vier Movano-Modellen. Der Primo als 5,54 Meter lange Einstiegsversion ab rund 50.000 Euro besitzt ein Querbett und ist für zwei Personen angelegt. Wie alle anderen Varianten soll er serienmäßig wintertauglich sein und sich mit Folierungen, Lackierungen und Polsterstoffen individuell zusammenstellen lassen. Womondo gibt eine Dichtigkeitsgarantie von sieben Jahren.

Der Momento als nächstgrößerer Kastenwagen (6,19 Meter lang) bietet zu Preisen ab 53.900 Euro drei Schlafplätze. Vom 6,85 Meter langen Grando (ab 60.900 Euro) gibt es als viertes Modell den Ableger Agilo (ab 69.900 Euro), der speziell für körperlich beeinträchtigte Menschen konzipiert ist. So ist hier statt der elektrischen Trittstufe ein Lift eingebaut, um ins Fahrzeug zu gelangen, und im Inneren verfügt das Fahrzeug über genügend Bewegungsfreiheit auch für Rollstuhlfahrer.

Auch der Name Citroen taucht immer häufiger als wohnmobile Basis auf. Kastenwagen-Spezialist Poessl hatte schon auf dem Caravan-Salon in Düsseldorf mit dem Campster im Gewand des neuen Spacetourers für Furore gesorgt und will damit auch auf der CMT Besucher anlocken. Den größeren Citroen Jumper hat der slowenische Hersteller Adria, der in Deutschland vom Egelsbacher Unternehmen Reimo vertrieben wird, für seine teilintegierten Modelle Axess zusätzlich ins Programm aufgenommen.

Auch die Eura-Marke Karmann, die mit ihren Sondermodellen ,,Spring" etwas mehr Frühling ins Spiel bringen will, und Bürstner, das die City-Car-Baureihe um das Modell 540 erweitert, widmen sich mit ihren CMT-Debütanten noch dem Thema Kastenwagen.

Neuheiten anderer Reisemobil-Konzepte halten sich dagegen in Grenzen. Hymer baut seine B-Klasse um das Modell B584 DL aus, ein sieben Meter langer Integrierter mit einer Bar-Theke im Grundriss zu Preisen ab 84.000 Euro. Carthago verspricht seinen Kunden bei den Jubiläumsmodellen zum 25-jährigen Bestehen Preisvorteile bis 10.000 Euro und zeigt von dieser Edition 25 in Stuttgart das 7,45 Meter lange, integrierte Modell chic c-line. Die Hymer-Billigmarke Carado verfährt bei ihrem 10-jährigen Jubiläum nach dem gleichen Muster, spielt allerdings in einer deutlich günstigeren Preisklasse.

Die zur Hymer-Gruppe gehörende Traditionsmarke Dethleffs, die sich selbst als Erfinder des Caravanings bezeichnet, verzichtet auf eine echte Reisemobil-Neuheit, rückt aber als ,,süddeutsche Premiere" noch einmal den Grand Alpa A7820 in den Mittelpunkt. Ein Alkoven-Sondermodell, das ,,auf dem Caravan-Salon phänomenal ankam", wie Helge Vester schwärmt. Der Marketingleiter weiß auch, dass ,,Alkoven im Moment nicht gerade hipp sind. Seine Besonderheit, die Einzelbetten im Alkoven mit einer stabilen Treppe als Zugang, ermöglicht aber eine riesige Rundumsitzgruppe im Heck und eine große Küche mit viel Platz." Und dafür sei der 8,60 Meter lange Doppelachser zu Preisen ab 86.000 Euro sogar noch recht günstig.

Zudem präsentiert Dethleffs mit der neuen Einsteiger-Baureihe c'joy auch noch eine der wichtigsten Premieren bei den Wohnwagen. Der vor allem für Einsteiger und preisbewusste Fans der mobilen Reiseform gedachte Caravan wird in drei Grundrissen mit Gesamtlängen von 6,06 bis 6,66 Metern angeboten, ist mit nur 2,12 Meter Breite der schmalste seiner Klasse und eignet sich mit Gesamtgewichten von 1.100 bis 1.350 Kilogramm speziell auch für Fahrer von kleinen Pkws und Führerschein der Klasse B. Der Einstiegspreis für den c'joy 390 QSH beträgt 11.200 Euro.

Keine Frage, den Besuchern auf der CMT wird viel geboten, zumal auch die Zubehör-Fraktion wächst und die Messe zunehmend internationaler wird. Der Caravan-Part war schon frühzeitig ausgebucht. ,,Wir konnten schon im Sommer 2016 keine Anmeldungen mehr annehmen", erklärt Projektleiter Alexander Ege von der Messe Stuttgart. Dieser Ausstellungsbereich platzt aus allen Nähten. Die Caravanbranche hätte sich gerne noch mehr ausgebreitet, doch die neue Messehalle wird erst zur nächsten CMT-Messe fertig. Aber ein Ende des Booms, so die Prognosen, ist bis dahin ja noch nicht in Sicht.

Der Artikel "Freizeitmesse CMT - Kompakte Reisemobile im Mittelpunkt" wurde am 05.01.2017 in der Kategorie Reise von Michael Lennartz mit den Stichwörtern Freizeitmesse CMT, Reise-Tipp, Caravan, Wohnwagen, Wohnmobil, Camper, Bahn veröffentlicht.

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