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Skoda Fabia Combi 1.2 TSI: Längst viel mehr als simpel und clever

5. Januar 2017, 10:03 Uhr
Ralf Schütze 8
8Skoda Fabia Combi 1.2 TSI: Längst viel mehr als simpel und clever
mid München - Schick, praktisch, preiswert: der Skoda Fabia Combi. Skoda
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Längst ist Skoda der Rolle des Konzern-Mauerblümchens von Volkswagen entwachsen. Vorbei sind die Zeiten, in denen Skoda-Fahrer höchstens mit dem Preis ihres Fahrzeugs prahlen konnten und zu Musterexemplaren der 'Geiz-ist-geil'-Welle abgestempelt waren. Die dritte Generation des Fabia symbolisiert im Vergleich zum biederen Vorgänger diese Entwicklung, und besonders der Combi setzt sich mit neuen Tugenden in Szene. Im mid-Praxistest: Der 1.2 TSI-Benziner mit 90 PS.


Wer einen Kombi kauft, der sucht in der Regel vor allem Praxisnutzen. Davon bekommt man beim Skoda Fabia Combi reichlich. Im Vergleich zum Schrägheck mit identischem Radstand hat der Kombi in der Länge um 27 Zentimeter und beim Ladevolumen um 25 auf 530 Liter zugelegt, was sich durch Umklappen der Rücksitzbank auf 1.395 Liter steigern lässt. Doch damit nicht genug. Die Heckklappe ist auch breiter beim Fabia Combi. Besonders alltagsfreundlich: Die deutlich niedrigere Ladekante ermöglicht bei dieser Modell-Variante ein einfaches Beladen des Stauraums. Auch zarte Personen haben hier eine Chance, schwerere Gegenstände ohne Rückenschaden ins Heck zu hieven.

Skodas "Simply-Clever"-Slogan schlägt sich im Fabia Combi in vielen einfachen und gleichzeitig sehr praktischen Details nieder. Herausragend: Das Cent-Zubehör "Plastikklammer", das Parkausweise und Ähnliches fest an der Windschutzscheibe hält. Oder der Eiskratzer in der Tankklappe - einfacher, günstiger und praktischer geht's kaum. Trotz solcher Vorzüge: Leider haben es die Controller aus Mlada Boleslav, dem nordöstlich von Prag gelegenen Stammsitz von Skoda, bei der Materialauswahl etwas mit der Sparsamkeit übertrieben. Allzu schlicht präsentiert sich der gesamte Innenraum in uncharmantem Kunststoff, von Soft Touch keine Spur. Da hätte ein wenig mehr gut getan, um die Solidität der VW-Konzerntechnik im Fabia Combi für die Insassen sicht- und greifbar zu machen. Selbst die glänzend schwarzen Oberflächen vor dem Beifahrer, die auf Dauer sehr empfindlich gegenüber Fingertapsern sind, können dies nicht ausgleichen.

Derlei Makel gleicht der kantig-elegant gestylte Kombi zum Beispiel mit seinem vorbildlichen Antrieb aus. Der Vierzylinder-Direkteinspritzer 1.2 TSI glänzt durch hohe, fast dieselhafte Durchzugskraft und reagiert selbst bei nur 1.500/min behende auf Gaspedalbefehle - etwa im 3. Gang bei 40 km/h. Das ist mit ein Grund, warum man das Fehlen eines sechsten Ganges beim Handschalter verkraften kann. Wer auf den Komfort des Doppelkupplungsgetriebes DSG Wert legt, muss in den Fabia Combi mindestens 19.130 Euro investieren - für den 1.2 TSI mit 110 PS in der mittleren "Ambition"-Ausstattung.

Positiv: Die angegebenen 4,6 Liter Verbrauch auf 100 Kilometer erreicht der Testwagen mit 90 PS nicht nur als Normwert, sondern bei bewusst sparsamer Fahrweise auch in der Praxis. Und bei normaler Betätigung des rechten Pedals fließen kaum mehr als 5,9 Liter durch die Benzinleitungen. Akustisch macht sich der Turbobenziner so bemerkbar, wie man es von einem kleinvolumigen Motor erwarten und tolerieren kann: Deutlich hörbar, aber unaufdringlich.

Im Alltag fällt vor allem beim Einparken auf, dass eine relativ breite C-Säule die Sicht nach schräg hinten einschränkt. Dies gleichen je nach Einkaufspolitik des Besitzers Helfer wie eine Rückfahrkamera aus. Sie kostet bei den beiden höheren von drei Ausstattungsvarianten Ambition und Style nur 240 Euro Aufpreis. Abgesehen davon ist die Rundumsicht seht gut. Ergonomisch gibt es weder auf den Vorder- noch auf den Rücksitzen etwas auszusetzen. Bei 2,47 Meter Radstand zwischen den Achsen fühlen sich alle Passagiere wohl im Tschechen-Kombi. Die Sitze bieten guten Seitenhalt und ausreichend lange Sitzflächen. Da Bein- und Kopffreiheit selbst für 1,90-Meter-Menschen stimmen, ist auch der Langstreckenkomfort sehr hoch. Wer auf Assistenzsysteme wie ein City-Notbremssystem mit Frontradar Wert legt, greift am besten gleich zur höchsten Ausstattungsvariante "Style", in der der 90 PS-TSI bei 17.880 Euro startet.

Für absolut vertretbare 600 Euro Aufpreis gegenüber dem Schrägheck-Modellbruder bietet der Fabia Combi wesentliche praktische Vorteile. Die Parkplatzsuche mag mit dem 4,26 Meter messenden Wagen ab und zu länger ausfallen, jedoch schlägt er den um 27 Zentimeter kürzeren Fabia deutlich in Sachen Praxisnutzen. Unter den eher selten gewordenen Kleinwagen-Kombis ist der kleine Skoda ein interessantes Angebot, denn er bietet hohen Nutzwert und bewährte Volkswagen-Technik. Über Einschränkungen bei der Materialauswahl tröstet ein fairer Preis hinweg.

Ralf Schütze / mid

Technische Daten Skoda Fabia Combi Active 1.2 TSI 90 PS
Fünftüriger Kompaktkombi, Länge/Breite (ohne Spiegel)/Höhe/Radstand in Meter: 4,26/1,73/1,47, Leergewicht: 1.133 kg, zul. Gesamtgewicht: 1.588 kg, max. Zuladung: 530 kg (inkl. Fahrer 75 kg), Kofferraumvolumen: 530 bis 1.395 l, Tankinhalt: 45 l, Preis: ab 14. 700 Euro.
Motor: Vierzylinder-Reihen-Benzinmotor mit Turbolader und Direkteinspritzung, Hubraum: 1.197 ccm, Leistung: 66 kW/90 PS bei 4.400 - 5.400, max. Drehmoment: 160 Nm bei 1.400-3.500/min, Beschleunigung 0 bis 100 km/h: 11 s, Höchstgeschwindigkeit: 185 km/h, Normverbrauch: 4,6 l pro 100 km, CO2-Ausstoß: 105 g/km, Fünfgang-Schaltgetriebe, Frontantrieb.

Der Artikel "Skoda Fabia Combi 1.2 TSI: Längst viel mehr als simpel und clever" wurde am 05.01.2017 in der Kategorie Fahrbericht von Ralf Schütze mit den Stichwörtern Auto, Kombi, Autotest, Test-Bericht, Pressevorstellung, Test, Bericht, Kurztest, Vorstellung veröffentlicht.

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