Katalysator

Abgasbetrug mit Austausch-Katalysatoren?

1. Oktober 2015, 14:27 Uhr
Frank Wald (vm)
Abgasbetrug mit Austausch-Katalysatoren?
mid Düsseldorf - Im freien Kfz-Teilehandel sind laut der Deutschen Umwelthilfe und dem TÜV Nord mangelhafte Austausch-Katalysatoren im Umlauf. Das führt dazu das die Fahrzeuge mit den Kats die Abgasvorschriften nicht erfüllen. GM Company
Die Deutsche Umwelthilfe protestiert gegen mangelhafte Austausch-Katalysatoren bei Pkw. Die Berliner Verbraucherschutz-Organisation hat den TÜV Nord das Abgasverhalten von sieben Systemen aus den freiem Kfz-Teilehandel nach den Vorgaben den Umweltzeichens ''Blauer Engel'' überprüfen lassen. Ergebnis: Nur zwei Systeme überzeugen.

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) protestiert gegen mangelhafte Austausch-Katalysatoren bei Pkw. Die Berliner Verbraucherschutz-Organisation hat den TÜV Nord das Abgasverhalten von sieben Systemen aus dem freien Kfz-Teilehandel nach den Vorgaben den Umweltzeichens "Blauer Engel" überprüfen lassen. Ergebnis: Vier der geprüften Austausch-Katalysatoren liegen mit den Emissionen weit über den Grenzwerten der Abgasnorm Euro 4 und erhalten von der DUH die "rote Karte". Nur zwei Systeme mit dem "Blauer Engel"-Zeichen erfüllten die gesetzlichen Vorgaben und erhalten die "grüne Karte". Ein Kat erfüllt die Grenzwerte gerade so, ist nicht mit dem Umweltzeichen versehen und erhält so nur eine "gelbe Karte" von den Umweltschützern.

"Nicht nur neue Diesel-Pkw haben ein Abgasproblem, sondern auch Benzin-Autos, bei denen ein minderwertiger Austausch-Katalysator eingebaut ist", sagt DUH-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch. Die DUH habe das Bundesverkehrsministerium über die Prüfergebnisse informiert und fordert die Behörde auf, alle Typgenehmigungen von Austauschkatalysatoren durch eigene Messungen zu überprüfen und bei Verstößen den weiteren Verkauf solcher Systeme zu stoppen.

Verkehrsminister Alexander Dobrindt sei nämlich "nicht nur für die Funktionstüchtigkeit der Katalysatoren von modernen Diesel- und Benzin-Direkteinspritzer-Neufahrzeugen, sondern ist auch für die Kontrolle und Durchsetzung der Funktionstüchtigkeit von Austausch-Katalysatoren verantwortlich", sagt Resch. Obwohl Dobrindts Ministerium bereits seit zwölf Monaten aus eigenen Messungen wisse, dass unwirksame Austausch-Katalysatoren auf dem deutschen Markt verkauft werden, würden diese Systeme weiter eingebaut. Er fordert den Verkehrsminister dazu auf, das Problem endlich zu lösen.

Bei den überprüften Katalysatoren handelte es sich um Produkte der Firmen ATP Auto-Teile-Pöllath und Bandel Automobiltechnik sowie zwei baugleiche Systeme der Herstellers EEC (European Exhaust and Catalyst Ltd). Nur die beiden Kats von HJS Emission Technology sowie BLUEKAT Technologie erfüllten in der Untersuchung des TÜV Nord die Vorgaben des "Blauen Engels".

Der Artikel "Abgasbetrug mit Austausch-Katalysatoren?" wurde am 01.10.2015 in der Kategorie New Mobility von Frank Wald (vm) mit den Stichwörtern Pkw, Katalysator, New Mobility, veröffentlicht.

Pkw, Katalysator

Weitere Meldungen

23. September 2020

Kia macht den Stinger frisch

Knapp 3.000 Stinger hat Kia bislang in Deutschland verkauft - die meisten als GT-Modell mit ...