12. März 2013

Fahrbericht

Seat Ibiza Cupra - GTI auf Spanisch

Nach rund einem Jahr Pause liefert Seat den Fans starker Kleinwagen wieder einen Ibiza Cupra. Die Leistung bleibt mit 132 kW/180 PS auf dem Level der abgelösten Serie. Nach rund einem Jahr Abwesenheit finden aufmerksame Leser in der Seat Ibiza-Preisliste wieder ein kräftig motorisiertes Topmodell mit dem Traditionsnamen Cupra. Zum Grundpreis von 23.590 Euro steht der mit einem doppelt aufgeladenen 1,4 Liter großen Vierzylinder ausgestattete Spanier beim Händler.

Um den vier Kolben im unteren Drehzahlbereich Druck zu machen, steht ein Kompressor bereit; bei höheren Drehzahlen, also wenn der Abgasstrom an Fahrt aufnimmt, wird der Turbolader aktiv. Dadurch ergibt sich eine ansehnliche spezifische Leistung von satten 128 PS je Liter Hubraum. Jeglichen Skeptikern gegenüber kleinvolumigen Motoren („Hubraum ist durch nichts zu ersetzen“) sei eine Proberunde ans Herz gelegt, damit sie ihre Meinung revidieren können. Schon ein etwas ungewollt hastiger Umgang mit dem rechten Pedal führt zu schwarzen Strichen auf dem Asphalt, denn wenn die Elektronik einen raschen Anfahrwunsch wittert, kuppelt die Hydraulik entsprechend zackig ein. Ist der Gasfuß weiterhin schwer, steht laut Werk bereits nach 6,9 Sekunden Landstraßentempo an – beim alten Modell waren es noch 7,2 Sekunden. Auch die Höchstgeschwindigkeit steigt trotz gleicher Leistung und gleichem Drehmoment um 3 auf nunmehr 228 km/h.



Der Grund: Eine aerodynamisch besonders ausgefeilte Kühlermaske bietet dem Luftstrom weniger Widerstand, wodurch das Plus an Performance zustande kommt. Spüren kann man es nicht – so oder so geht der Cupra druckvoll zu Werke und presst die Insassen merklich ins Gestühl. Dabei dringt ein sportlicher Sound in die Fahrgastzelle, der ab 4.000 Umdrehungen zornig wird. Klar, um den Maschinenton zu verstärken, bedienten sich die Ingenieure eines Soundgenerators. Nicht zuletzt gesetzliche Bestimmungen machen das Thema Klang komplex und erfordern gezielte Steuerung. Schließlich darf das Auto nicht zu laut röhren – aber zu wenig Geräusch wiederum würde den Fahrspaß bremsen.

Bremsen soll sich der Cupra auch an der Tankstelle. Mit einer Werksangabe von 5,9 Litern je 100 Kilometer traut man ihm den Sportler eigentlich gar nicht zu. Zumal die Ingenieure dem Fahrzeug im Vergleich zum Vorgänger einen halben Liter abgerungen haben.

Neben einer Reduktion des Luftwiderstandes fassten die Techniker auch das Motormanagement an. Darüber hinaus präsentiert sich der heißblütige Klein-Seat mit modifiziertem Fahrwerk. Agileres Kurvenverhalten bei Steigerung des Langstreckenkomforts soll das Resultat sein. Ein Praxisversuch bestätigt: Diese Aussage ist zwar noch immer relativ zu betrachten, aber kurze Wellen nimmt der drahtigste Ibiza nun nicht mehr ganz so trocken wie früher. So sind lange Strecken inzwischen etwas angenehmer abzuspulen, wenngleich er kein Rückenschmeichler ist und auch nicht sein will. Dass die Wirkung kurzer Bodenwellen gerne in den Innenraum schwappt, wird natürlich ebenso von den schick aussehenden obligatorischen 17-Zöllern mit 40er-Niederquerschnitt begünstigt. In puncto Platzangebot gibt es mit dem 4,04 Meter langen Fronttriebler aber keinerlei Probleme. Wenn der Einstieg durch die Luke erst gelungen ist, sitzen selbst große Personen hinten kommod mit einer maßvollen Portion Beinfreiheit.

Spätestens wenn sich die wilden Eindrücke vom quirligen Antriebsstrang ein bisschen abgekühlt haben, fällt der Blick auf die optischen Retuschen. Das sind innen vor allem neu gestaltete Zifferblätter und außen das markante Lichtdesign, das die Verantwortlichen allerdings auch den schwächeren Varianten beschert haben. Ein Kritikpunkt ist das immer noch in der Liste fehlende integrierte Navi. Keine Frage, die Lösung mit dem andockbaren Bildschirm ist ausgeklügelt und funktional, doch ein eingebautes System wäre der komfortablere Weg, bei Skoda Fabia und Volkswagen Polo geht es ja auch. Dafür ist jener portable Elektroniklotse beim Cupra serienmäßig und nicht nur der. Auch dickere Brocken wie Tempomat und Xenonlicht sind neben der vollen Sicherheitsausrüstung inklusive Kopfairbags im Fond (bis Linie FR 225 Euro) frei Haus. Über Klimaautomatik, Radio und Zentralverriegelung muss gar nicht erst diskutiert werden. Zur Sonderausstattung gehört allerdings das 720 Euro teure Panorama-Glasdach, worauf zumindest jene Kunden gerne verzichten wollen dürften, denen das letzte Quäntchen Performance wichtig ist. Denn es bringt unerwünschtes Zusatzgewicht. SP-X/Geisenheim.

Seat Ibiza Cupra - Technische Daten:

Dreitüriger, fünfsitziger Kleinwagen, Länge: 4,04 Meter, Breite: 1,69 Meter, Höhe: 1,43 Meter, Radstand: 2,47 Meter 1,4-l-Vierzylinder-Benziner mit doppelter Aufladung (Turbo und Kompressor), 132 kW/180 PS, maximales Drehmoment: 250 Nm bei 2.000 bis 4.500 U/min, Vmax 228 km/h, 0-100 km/h: 6,9 s, Durchschnittsverbrauch: 5,9 l/100 km, CO2-Ausstoß: 139 g/km Preis: ab 23.590 Euro

Seat Ibiza Cupra - Kurzcharakteristik:

Alternative zu: Mini Cooper S, Ford Fiesta ST, VW Polo GTI, Alfa Romeo MiTo QV, Opel Corsa OPC, Citroen DS3 Racing, Peugeot 208 GTI Passt zu: Jungen Dynamikern, die sich für Performance nicht finanziell verausgaben möchten Sieht gut aus: In der City und durchaus auch mal auf der Rennstrecke Wann kommt er: 16. März 2013

Der Artikel " Seat Ibiza Cupra - GTI auf Spanisch" wurde am 12.03.2013 in der Kategorie Fahrbericht von mit den Stichwörtern Fahrbericht, Test-Bericht, Pressevorstellung, Test, Bericht, Kurztest, Vorstellung veröffentlicht.

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