Spanien: Bei null Punkten ist der Führerschein weg

2007-07-23 Spanien gehörte lange Zeit zu den unfallträchtigsten Ländern Europas. In den vergangenen zwölf Monaten konnte die Zahl der Verkehrstoten jedoch um 14,3 Prozent gesenkt werden. Grund für den Erfolg: Das im Juli 2006 eingeführte neue Punktesystem hat die Autofahrer diszipliniert. Im Gegensatz zu anderen europäischen Ländern bekommt ein Führerscheinbesitzer keine Minuspunkte, sondern startet mit zwölf Pluspunkten.

Wer sich drei Jahre tadellos im Straßenverkehr verhält erhält weitere zwei Punkte. Nach weiteren Jahren gibt es noch einmal einen (Plus)Punkt. Fahranfänger mit weniger als drei Jahren Praxis beginnen zunächst mit acht Punkten.

Nach einem Punktekatalog bekommt der Autofahrer bei Verstößen gegen die Straßenverkehrsordnung neben der Geldstrafe Punkte abgezogen - bis das Konto aufgebraucht ist. Bei null Punkten ist der Führerschein weg.

Immerhin 14 000 Spanier mussten in den vergangenen zwölf Monaten ihre Fahrerlaubnis abgeben, weil sie ihr Konto leergeräumt hatten. Und das kann schnell gehen, denn die Strafen sind im Vergleich zu anderen Ländern recht drastisch. Wer mit 0,5 Promille Alkohol im Blut unterwegs ist und erwischt wird, büßt bereits die Hälfte seiner Punkte ein. Vier Punkte Abzug drohen beispielsweise bei Vorfahrtsmissachtung und allein drei Punkte kostet zu dichtes Auffahren oder Telefonieren am Steuer. Wer den Sicherheitsgurt nicht anlegt ist ebenfalls schnell zwei Punkte los.

Seinen Punktestand kann der Autofahrer wieder auffüllen, wenn er freiwillig an Nachschulungen teilnimmt. Lässt er sich drei Jahre lang nichts mehr zu Schulden kommen, bekommt er seine verlorenen Punkte ebenfalls wieder zurück.

Hat ein Autofahrer alle Punkte verloren, muss er sich ebenfalls einer Nachschulung unterziehen. Den Führerschein bekommt er allerdings erst nach sechs Monaten zurück. Beim zweiten leeren Konto muss er zwölf Monaten warten. (ar/jri)

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