Kühe größere Treibhaussünder als Autos

Die Debatte um den Klimawandel treibt exotische Blüten. Im Rennen um den Titel des größten Treibhaussünders bekommt das Automobil jetzt Konkurrenz: Die Kuh soll im Vergleich zum Straßenflitzer schlecht abschneiden.

2007-03-24 Die Debatte um den Klimawandel treibt zunehmend exotische Blüten. Im Rennen um den Titel des größten Treibhaussünders bekommt das gescholtene Automobil jetzt wieder einmal Konkurrenz. Die Kuh soll in puncto Schadstoffemission im Vergleich zum schnittigen Straßenflitzer recht schlecht abschneiden. Der Grund: Beim Wiederkäuen produzieren Rinder das Treibhausgas Methan (CH4), das 21 Mal so klimaschädlich ist wie das von Autos ausgestoßene Kohlendioxid (CO2).

Methan ist einer der Hauptverursacher des Treibhauseffektes. Das Gas entsteht in Industrieanlagen und in der Massentierhaltung. Eine einzelne Milchkuh stößt nach Angaben der "Hart aber fair"-Redaktion am Tag etwa 400 Gramm Methan aus. Mit dem von Forschern ermittelten Wert 21 multipliziert ergibt das eine Schadstoffbilanz von drei Tonnen im Jahr. Diese liegt damit deutlich über der Emission eines 5er BMW, der bei einer Fahrleistung von 12 000 Kilometern rund 2,7 Tonnen CO2 produziert. In Deutschland ist der Anteil der Rindviecher an der Gesamtemission nach Angaben des Umweltbundesamtes mit 1,82 Prozent allerdings relativ gering. Etwa ein Fünftel der CO2-Emissionen stammt dagegen aus dem Straßenverkehr.

Die Wissenschaft bemüht sich dennoch, die Nutztiere "umweltfreundlicher" zu machen. Seit Jahren experimentieren Forscher mit Futterzusätzen und speziellen Diätmischungen, um den Methanausstoß der Wiederkäuer zu senken. Experten des Instituts für Tierernährung der Universität Hohenheim empfehlen jetzt sogar, den Kühen Pillen zu verabreichen, die aus sekundären Pflanzenstoffen, so genannten Tanninen, gewonnen werden. Diese sollen den täglichen Ausstoß von Treibhausgasen deutlich vermindern. mid/lex

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